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645 Euro für Flugbegleiterinnen

Wizz Air hat sein Risiko auf die Beschäftigten ausgelagert. Wird nicht geflogen, fallen die leistungsbezogenen Teile des Lohns weg – was zu Hungerlöhnen führt.

Wien. Die Kolleginnen und Kollegen, die für die ungarische Billigairline Wizz Air als Flugbegleiterinnen und ‑begleiter der Basis Wien arbeiten, haben aktuell mangels Flugstunden äußerst geringe Einkommen. Sie beziehen aufgrund der aktuellen Situation nur ihr Grundgehalt und dieses liegt für sogenannte Juniors bei lediglich 755,71 Euro (brutto). Nach Sozialabgaben sind dies 645,45 Euro netto, also viel zu wenig zu Leben. Dies kommt daher, dass die Kolleginnen und Kollegen im Normalbetrieb auf dieses Grundgehalt leistungsbezogene Prämien bekommen, diese nennen sich unternehmensintern „Sector Payment“ und werden beispielsweise als Provisionen auf Boardverkäufe berechnet. Hierdurch ergibt sich für die Kolleginnen und Kollegen auch in normalen Betriebszeiten kein hohes Gehalt, aber man kommt damit aus. 

Auch die Kurzarbeit würde für die Kolleginnen und Kollegen auch keine attraktive Lösung, da auch hier die Grundgehälter die Basis bilden würden und das Einkommen somit noch geringer ausfällen würde. Die zuständige Gewerkschaft lässt außer Empörung nichts von sich hören.

Diese Form der leistungsbezogenen oder ‑abhängigen Löhne geht mit einer Unsicherheit für die Kolleginnen und Kollegen einher, die aktuell geradezu fatal ist. Für den Konzern ist dieses Modell jedoch generell und jederzeit von Vorteil, da es ihre Profite sichert. In Krisenzeiten wie diesen ist es jedoch noch von größerem Vorteil nur einen Hungerlohn zahlen zu müssen und damit die Krise auf die Arbeitenden abwälzt. 

Quelle: Aviation

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