HomeInternationalesMillionen US-Mietern drohen Zwangsräumung und Obdachlosigkeit

Millionen US-Mietern drohen Zwangsräumung und Obdachlosigkeit

Über sieben Millionen Haushalte stehen in den USA vor der Delogierung, weil sie ihre Mietrückstände nicht begleichen können – die Schonfrist endet heute.

Washington. In den Vereinigten Staaten von Amerika könnte eine beispiellose Delogierungswelle bevorstehen. Mit heutigem Sonntag läuft ein Mietzahlungsmoratorium aus, das während der Corona-Pandemie und der Wirtschaftskrise angesichts 20 Millionen neuer Arbeitsloser verhängt worden war. Eine Verlängerung durch den Kongress scheint mangels Mehrheit nicht zustande zu kommen, denn die Republikaner sind sowieso strikt dagegen, und auch die Demokraten sind in dieser Frage gespalten. Daher werden mit Anfang August die angesammelten Zahlungsrückstände von den Vermietern fällig gestellt werden und zu einer erheblichen Zahl von Zwangsräumungen führen.

Das US Census Bureau hat bei 51 Millionen Mietern Erhebungen durchgeführt und kommt zu dem Ergebnis, dass etwa 7,4 Millionen von ihnen im Zahlungsrückstand sind und mitsamt ihren Angehörigen absehbar auf der Straße landen könnten. 3,7 Millionen Mieter gaben gegenüber dem USCB an, dass es in ihren Fällen in den nächsten beiden Monaten so weit sein wird. Während die US-Regierung zig Milliarden Dollar in die Rettung der Konzerne und Unternehmen pumpte, wurden bislang lediglich 450.000 Haushalte durch das Notfallprogramm für Mieter unterstützt.

Schon jetzt wird die Zahl der Obdachlosen in den USA von der UNO auf bis zu 3,5 Millionen Menschen geschätzt, obgleich die offiziellen Zahlen der US-Behörden niedriger sind – leerstehende Wohnungen gibt es übrigens doppelt so viele. Dass sich diese immense Menge an Obdachlosen nun sogar bald verdoppeln könnte, stellt den USA kein gutes Zeugnis aus, aber hier ergibt sich eben das Zusammenwirken eines menschenfeindlichen Wirtschaftssystems mit einer politischen Landschaft, die lediglich der Profitmacherei verpflichtet ist und sich wenig um die Menschen kümmert. Leistbares Wohnen und die Garantie auf ein Dach über dem Kopf kann und will der Kapitalismus nicht gewähren, auch oder schon gar nicht in der imperialistischen Führungsmacht, die dümmlich behauptet, die beste aller Welten zu repräsentieren.

Quelle: Der Standard

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