Start Politik Man stirbt an Covid-19, nicht an Vorerkrankungen

Man stirbt an Covid-19, nicht an Vorerkrankungen

Seit Ankunft des neuen Corona-Virus in Österreich macht hierzulande auch das Gerücht die Runde, wonach ohnehin „nur“ ältere Menschen sowie Patienten mit schweren Vorerkrankungen einen schwereren Covid-19-Verlauf erleiden oder gar daran sterben würden. Diese Auffassung drückt eine äußerst inhumane Herabwürdigung dieser betroffenen Mitmenschen aus. Verbunden ist sie mit der Vorstellung, die Menschen mit Vorerkrankungen würden sowieso sterben und wegen des Corona-Virus nun eben ein wenig früher. 

Gegen letzteren Irrglauben wandte sich kürzlich der Intensivmediziner Walter Hasibeder auf Basis pathologischer Untersuchungen: „Wenn aber Covid-19-Patienten sterben, dann zumeist an Covid-19, nicht an den Vorerkrankungen“. In vielen Fällen hätten Virusopfer also noch viele lebenswerte Jahre oder gar Jahrzehnte vor sich gehabt, wenn sie nicht an Covid-19 erkrankt wären. Eine Berechnung durch einen Genetiker der Harvard University kam unlängst zum Schluss, dass alleine in den USA durch mit Covid-19 verbundenen Todesfällen bereits 2,5 Millionen Lebensjahre verloren gingen, das sind durchschnittlich 13,25 Lebensjahre pro verstorbener Person. 

Lockdown unausweichlich

Das Infektionsgeschehen intensiviert sich derzeit wie nie zu vor, fast täglich gibt es neue Rekorde. Inzwischen war mehr als 1 % der österreichischen Bevölkerung nachgewiesenermaßen mit dem Virus infiziert, bald 40.000 Menschen sind allein momentan positiv auf eine Infektion getestet. Die Kontaktverfolgung naht an ihre Grenzen, die einen Kipppunkt in der Kontrollierbarkeit der Ausbreitung markieren können. Da die gegenwärtigen Infektionszahlen Schlüsse über zukünftig nötige Spitals- und Intensivbetten zulassen, ist bereits absehbar, dass auch die Krankenhauskapazitäten bald ausgereizt sein werden. 

Ein zumindest abgemilderter Lockdown wird früher oder später selbst für unsere kapitalistische Regierung unausweichlich werden – auch wenn diese derzeit noch so tut, als würde sie glauben, ihr Herumlavieren könnte das Virus verscheuchen. Aber zugestandenermaßen tut die Regierung, was sie tun muss: Sie ist laufend bemüht darum, verschiedene Kapitalinteressen auf einen Nenner zu bringen, und das kostet nun einmal Zeit.

Quellen: ORF / Telepolis

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