Bereits seit September gibt es Gespräche über den potentiellen Kauf von Warner Bros Discovery durch Paramount oder Netflix. Nun steigt Netflix aus dem Bieterkampf aus und ein Kauf durch Paramount scheint wahrscheinlich.
Los Angeles. Die letzten Angebote lauteten rund 70 Milliarden Euro von Netflix, nur für die Studio- und Streamingsparte, sowie rund 94 Milliarden Euro von Paramount für den ganzen Konzern, inklusive der Fernsehsparte. Nachdem der Verwaltungsrat von Warner Bros Discovery (WBD) das Paramount-Angebot als das bessere eingestuft hatte, gab er Netflix die Möglichkeit, das Angebot zu überbieten. Anschließend zog sich Netflix aus dem Bieterkampf zurück.
Paramount ist im Besitz von Filmproduzent David Ellison. Ein Großteil des Kaufpreises wird durch seinen Mililardärsvater Larry Ellison garantiert. David Ellison macht sich dadurch Hoffnungen an mehr Gewicht in Hollywood zu gewinnen. Mit dem Kauf würde Paramount nämlich Titel wie das DC-Universum, Harry Potter oder den Bezahlsender HBO übernehmen. Der ganze Deal zeigt somit erneut, dass Reichtum im Kapitalismus vor allem vererbt wird und nichts mit harter Arbeit zu tun hat. Außerdem ist der Deal ein weiteres Beispiel für die zunehmende Monopolisierung im Kapitalismus.
Auch politische Faktoren spielen bei der geplanten Übernahme eine große Rolle. So wünscht sich US-Präsident Donald Trump bspw. einen Besitzerwechsel des Nachrichtensenders CNN. Im Vorhinein von Netflix’ Rückzug und Paramounts Entscheidung, den gebotenen Preis von 30 Dollar auf 31 Dollar pro Aktie zu erhöhen, gab es mehrere Besuche von Netflix Co-CEO Sarandos im White House. Ebenfalls gab es Treffen sowohl zwischen David als auch Larry Ellison und Trump. Trump erhofft sich durch eine Übernahme durch die Ellison-Familie wohl eine vorteilhaftere Berichterstattung, während für die Ellisons wohl der Profit im Vordergrund steht. Schließlich ermöglichen Monopolpositionen eine höhere Profitmarge.
Auch die Gewerkschaft Writers Guild of America (WGA) äußerte sich während des Bieterkampfes kritisch. Sowohl gegenüber einer Übernahme durch Netflix, als auch gegenüber einer Übernahme durch Paramount. Laut WGA würde das Ergebnis Stellen vernichten, Löhne runterdrücken, die Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten der Unterhaltungsindustrie verschlechtern, Preise für Konsumenten erhöhen und die Menge und Diversität des produzierten Contents reduzieren. Schon jetzt seien die Arbeiterinnen und Arbeiter, sowie die Öffentlichkeit davon abhängig, was wenige mächtige Unternehmen für Fernsehen, Streaming und Kinos veröffentlichen. Der Zusammenschluss müsse verhindert werden.
Quellen: ORF, CNN, WGA, Bloomberg

















































































