Nachdem im Februar bekannt wurde, dass Swarovski in seiner Optiksparte 40 Stellen abbauen wird, kündigt mit Sandoz Österreich nun ein weiterer großer Konzern aus Tirol Entlassungen an.
Kundl. Mindestens 100 Jobs im bisherigen Development Center wird der Pharmahersteller Sandoz streichen und das Zentrum schließen. Das Unternehmen bestätigte am Freitag einen Artikel in der Tiroler Tageszeitung, in dem berichtet wurde, dass die Belegschaft in Kundl über die Pläne des Konzerns informiert wurde.
Das Entwicklungszentrum sei nur zu geringeren Teilen in die Antibiotika-Produktion in Tirol involviert. Aus strategischen Gründen soll das Zentrum geschlossen werden und die Kräfte innerhalb des Unternehmens sollen anders gebündelt werden. Die Schließung soll noch im Laufe des Jahres 2026 vollzogen werden.
Der Betriebsrat befürchtet bis zu 60 zusätzliche Kündigungen, da sich der Konzern immer stärker auf die Herstellung von sogenannten Biosimilars konzentriert – Nachahmer-Produkten von Biopharmazeutika. Hier liegt der Schwerpunkt jedoch in Slowenien. Dies bestätigte Sandoz gegenüber dem ORF Tirol nicht. Es müsse laufend die Markt- und Konkurrenzsituation im Auge behalten werden, hieß es von Seiten des Konzerns.
Für die Beschäftigten, die von den Entlassungen betroffen sein werden, handle es sich um eine „Tragödie“, so der Betriebsrat gegenüber dem ORF. Viele Menschen haben im Vertrauen auf einen sicheren Arbeitsplatz rund um diesen ihre Existenz aufgebaut – bis hin zum Kauf einer Wohnung oder eines Hauses in der Nähe des Standorts. Für sie sei es daher schwierig, eine gleichwertige Beschäftigung in der Region zu finden. Zwar bemühten sich die Verantwortlichen am Standort Kundl laut Bertel, Betroffene bei intern frei werdenden Stellen zu berücksichtigen, doch das allein reiche nicht aus.
Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) forderte am Freitag die Einrichtung einer Arbeitsstiftung. Neben Sandoz sollten sich daran auch das Arbeitsmarktservice (AMS) sowie das Land beteiligen. GPA-Landesgeschäftsführer Harald Schweighofer kündigte zudem an, dass die Gewerkschaft Betroffene in Härtefällen unterstützen werde.
Für Investitionen in die Antibiotika-Produktion erhielt Sandoz auch von der Öffentlichkeit finanzierte Fördermittel. Zum Stellenabbau kommt es nun trotzdem.
Quelle: ORF


















































































