Berlin. Im Jahr 1988 absolvierte der damals bereits weltberühmte Rockstar Joe Cocker zwei Auftritte in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Nach einem ersten Auftritt in Berlin folgte am 2. Juni 1988 ein legendärer in Dresden, wo er vor angeblich 150.000 Menschen spielte, obwohl nur 85.000 Karten verkauft wurden. Die Konzerte wurden von der Freien Deutschen Jugend (FDJ) organisiert und der Eintrittspreis belief sich auf 10 DDR-Mark.
Die Wiese vor dem Hygienemuseum in Dresden wird im Volksmund seither Cockerwiese genannt, seit 2016 heisst sie offiziell so.
Joe Cockers Management hatte pro Auftritt eine Gage von 180.000 DDR-Mark ausgehandelt, insgesamt als0 360.000. Wie erst viel später bekannt wurde, reinvestierte der Rockstar einen Teil seiner Gage in der DDR. Er kaufte für seinen irischen Landwirtschaftsbetrieb einen Mähdrescher Der Marke Fortschritt E514. Dieser wurde im Landmaschinenwerk Bischofswerda-Singwitz produziert, in dem zu diesem Zeitpunkt etwa 7.000 Menschen beschäftigt waren. Der E514 war die Topmaschine des Werks, die nicht nur in der DDR Verwendung fand, sondern auch in andere sozialistische wie kapitalistische Länder exportiert wurde. Das Werk gehörte zum Kombinat Fortschritt Landmaschinen, in dem Ende der 1980er-Jahre zehntausende Menschen an mehreren DDR-Standorten beschäftigt waren. Wenig überraschend wurde das volkseigene Kombinat nach der Konterrevolution von der Treuhandanstalt vernichtet, nur einige wenige Bereiche wurden von westlichen Landmaschinenherstellern übernommen und weitergeführt.
Quellen: agrarheute/Mitteldeutsche Zeitung





















































































