Seit September herrscht an Schulen in ganz Österreich ein rassistisches Verbot für Mädchen unter 14 Jahren, ein Kopftuch zu tragen. Anstatt sich den tatsächlichen Problemen sozialer Missstände, Wirtschaftskrisen und ausgelasteter Bildungseinrichtungen zu stellen, soll dieses Gesetz nun als Ablenkungsmanöver dienen und durch Islamophobie Schülerinnen und Schüler, sowie Eltern und Lehrpersonen gegeneinander aufhetzen. Als Zeichen gegen Rassismus, Sexismus, erhöhte Militärausgaben und die Verlängerung des Wehrdienstes finden am 9. Oktober bundesweit Schulstreiks statt.
Das rassistische Kopftuchverbot
Seit September 2026 gilt in Österreich ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren. In bürgerlichen Kreisen werden häufig Rechtfertigungen in der Frauenbewegung gesucht, beispielsweise mit der Behauptung, dieses Verbot sei im Interesse der jungen Mädchen. Dieses Gesetz betrifft jedoch ausschließlich muslimische Schülerinnen und keine weiteren frauenfeindlichen Symbole anderer Religionen. Somit hat das Verbot keinen feministischen Charakter, sondern dient als Werkzeug der Spaltung, um Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrpersonal, das nun gezwungen ist, gegen die eigenen Schülerinnen vorzugehen, gegeneinander aufzuhetzen. Die ersten Auswüchse dieser rassistischen Hetze sind bereits sichtbar: Zahlreiche Schülerinnen wurden bei Behörden angezeigt und in einem Fall mussten die Eltern eine Strafe für die religiöse Entfaltung ihrer Tochter zahlen.
Suchen eines Sündenbocks
In diesem Sommer haben sich zahlreiche, bereits vorhandene Schwierigkeiten noch weiter herauskristallisiert: Schülerinnen und Schüler leiden unter den Folgen schlecht isolierter Gebäude, überfüllter Klassenräume und heißer Betonwüsten auf den Schulhöfen. Auf Lehrkräfte wird zunehmender Druck ausgeübt, da ihre Arbeitsbedingungen zunehmend prekär werden und die Reallöhne unter der Inflation leiden. Österreichweit stellen Teuerungen eine erhebliche finanzielle Hürde dar, die ihre Ausgaben für Unterrichtsmaterialien beschränkt. All diese Probleme werden von der kapitalistischen Regierung ignoriert, die sich stattdessen für eine verschärfte Militarisierung einsetzt, wie man beispielsweise an den erhöhten Militärausgaben und der Wehrdienstverlängerung erkennen kann, und die gesamte Schuld an die arbeitende muslimische Bevölkerungsschicht geschoben.
Schulstreiks in ganz Österreich
Als Zeichen des Protests findet am 9. Oktober ein bundesweiter Schulstreik statt. Die Streiks werden von zahlreichen (Jugend-)Organisationen, Gewerkschaften und Parteien unterstützt. Bundesweit finden ebenfalls Demonstrationen im Rahmen der Streiks statt. So haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, selbst auf die Straße zu gehen und sich gemeinsam gegen Rassismus und Hetze zu engagieren. Um das Fernbleiben vom Unterricht zu erleichtern, werden Direktionen, Lehrpersonal und Organisationen durch verschiedene Organisationen und Bündnisse angeschrieben. An vielen Standorten werden vor Ort ebenfalls Entschuldigungen bereitliegen, die sich die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler nehmen können. Die planmäßigen Demo-Routen verlaufen vor wichtigen Standorten und Schulen, um möglichst viel Aufmerksamkeit auf das Anliegen zu werfen.
Aufruf der Jugendfront
Auch die Jugendfront der Partei der Arbeit Österreichs (PdA) beteiligt sich am Widerstand: In einem öffentlichen Aufruf schreibt sie: „Mit künstlichen Trennlinien sollen wir entlang von Herkunft und Religion gespalten werden, um das Versagen des Systems dahinter weiter zu akzeptieren. Der Widerstand gegen Rassismus, Spaltung und das kapitalistische Bildungssystem muss von uns Schülerinnen und Schülern selbst kommen. Der Schulstreik am 9. 10. Ist ein wichtiger erster Schritt für unsere Recht zu kämpfen.“ Sie rufen darin des Weiteren alle Schülerinnen und Schüler dazu auf, in Gesprächen mit Mitschülerinnen und Mitschülern so viele wie möglich davon zu überzeugen, ebenfalls aktiv zu werden und Infomaterialien, wie den „Gegen Rassismus und Spaltung“-Flyer der Jugendfront, zu verteilen. Zudem soll das Bilden von Streikkomitees eine organisierte Teilnahme am Streik und an der Demonstration erleichtern.
Bundesweite Termine:
- Wien: 9. 10., 12 Uhr, Platz der Menschenrechte
- Graz: 9. 10., 9 Uhr, Lendplatz
- Linz: 9. 10., Zeit und Ort folgen
- Klagenfurt: 9. 10., 13 Uhr, Heiligengeistplatz
- Innsbruck: 9. 10., 11 Uhr, Landhausplatz
- Bregenz: 9. 10., 9:30 Uhr, Parkplatz gegenüber vom Bahnhof
Quellen: Zeitung der Arbeit/Jugendfront/Jugendfront/Focus/Parlament Österreich






















































































