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Bundeswehr zieht Bier aus Afghanistan ab

Militärisch und sicherheitspolitisch ist es in Afghanistan ja nicht so gut gelaufen – und jetzt müssen auch noch zigtausende Liter deutsches Bier zurück in die BRD.

Berlin/Kabul. Die deutsche Bundeswehr zieht aus Afghanistan ab und hat dabei interessante Fracht mit dabei: Die Truppe, die angeblich Deutschlands Sicherheit am Hindukusch verteidigte, ist auf mindestens 65.000 Dosen Bier und hunderten Flaschen Wein und Sekt sitzengeblieben. Der Alkohol muss jetzt zurück in die BRD, offenbar wurden bereits notwendige Transportflüge organisiert. Dass die Getränke nicht mehr verbraucht wurden, hat einen ernsten Hintergrund: Bundeswehr-Kommandeur Meyer hatte aufgrund der Bedrohungslage im Zuge des Abzugs ein generelles Alkoholverbot für die deutschen Soldaten in Afghanistan verhängt. Also nix mit selber Saufen, aber an die Einheimischen verchecken geht auch nicht, weil anständige Muslime haben’s ja nicht so mit Bier und Wein. Daher steht nun der Rücktransport an.

Nachdem die Bundeswehr in Afghanistan ab 2002 bei der Operation „Enduring Freedom“ beteiligt war, schloss ab 2015 die Mission „Resolute Support“ an. Insgesamt waren 135.000 deutsche Soldaten im Afghanistan-Einsatz, über 50 kamen dabei zu Tode. Zuletzt waren noch 1.300 Bundeswehrangehörige vor Ort stationiert. Es handelte sich um die größten und teuersten Einsätze der Geschichte der BRD-Armee, die auch dadurch wieder zu einem globalen militärischen Player des Imperialismus werden wollte. Insofern konnte man sich auch erfolgreich wieder mit Kriegsverbrechen einstellen, etwa 2016 bei Kundus, ansonsten waren die Bemühungen der USA und ihrer Verbündeten in Afghanistan wenig zielführend: Die Taliban kontrollieren wieder relevante Teile des Landes, die Sicherheitslage für die Bevölkerung ist verheerend. Es ist fraglich, ob man bei der Bundeswehr mit den zurückgebrachten alkoholischen Getränken auf die ganze Sache anstoßen sollte.

Quelle: Der Standard

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