Vor ein paar Tagen erreichte der russische Tanker „Anatoly Kolodkin“ mit 100.000 Tonnen Rohöl an Bord Kuba und durchbrach damit die US-Sanktionen. Eine weitere russische Lieferung ist angekündigt, auch Mexiko überlegt, die Belieferung der sozialistischen Insel mit Öl trotz US-Drohungen wieder aufzunehmen.
Moskau/Mexiko-Stadt/Havanna. Diese Woche erhielt Kuba die erste Rohöllieferung seit Ende Jänner. Der russische Öltanker „Anatoly Kolodkin“ durchbrach die US-Blockade der sozialistischen Insel und legte mit einer Ladung von 100.000 Tonnen Rohöl im Hafen von Matanzas an. Für Kuba ist diese Lieferung überlebenswichtig, da die eigenen Ölvorkommen nicht sehr ergiebig sind, und das Rohöl sowohl für die Stromerzeugung in thermischen Kraftwerken als auch für die Herstellung von Treibstoff benötigt wird. In den letzten Wochen waren Benzin und Diesel kaum noch verfügbar und das Stromsystem brach immer wieder zusammen.
In einem ausführlichen Interview mit dem ehemaligen spanischen Linkspolitiker Pablo Iglesias erklärte der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel die Energiestrategie der kubanischen Regierung. Die Versorgung mit Erdöl ist noch einige Zeit von eminenter Bedeutung, da sie zur kontinuierlichen Aufrechterhaltung der Stromversorgung derzeit alternativlos ist. Gleichzeitig wird die forcierte Ausbeutung der eigenen Öl- und Gasvorkommen vorangetrieben. Vor allem mit Hilfe Chinas wird aber der Ausbau von Sonnen- und Windenergie forciert. Dieser Prozess ist voll im Gange und soll nach den Worten des Präsidenten Kubas Abhängigkeit von Erdölimporten verringern. Schon jetzt gibt es auch zahlreiche lokale Projekte, wo zum Beispiel Schulen und Krankenhäuser mit Sonnenenergie versorgt werden.
Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum berichtete, dass einige kubanische Privatunternehmen die mexikanische Regierung mit einem Angebot zum Kauf von Öl angesprochen hatten. Nun werde sich das staatliche Energieunternehmen Pemex mit diesem Thema auseinandersetzen, und die Wiederaufnahme von Öllieferungen auch aus Mexiko wird wahrscheinlicher. In den USA gibt es Berichte, dass auch aus Venezuela, das derzeit de facto unter US-Kuratell steht, wieder Öl nach Kuba geliefert werden soll. Bislang gibt es aber keine Hinweise auf Schiffe, die von Venezuela nach Kuba gestartet wären.
Unterdessen plant Russland, ein zweites Schiff mit Öl nach Kuba zu schicken, wie der Energieminister der Russischen Föderation , Sergei Tsiviliov, heute bekanntgab. „Kuba ist völlig blockiert, sie haben es isoliert; Woher kam die Ölversorgung? Ein russisches Schiff durchbrach die Blockade; Ein zweites Schiff wird gerade beladen. Wir werden die Kubaner nicht in Schwierigkeiten lassen“, sagte Tsiviliov am Rande des Energoprom-2026-Forums, das in der Stadt Kasan stattfindet.
Quellen: Prensa Latina/Svobodnaya Pressa/Junge Welt


















































































