HomeKlassenkampfHöchste Teuerungsrate seit 70 Jahren

Höchste Teuerungsrate seit 70 Jahren

Die Statistik Austria muss ihre Schätzung nach oben revidieren: Im Jänner 2023 war die Inflation im Vergleich zum Vorjahresmonat so hoch wie seit dem Jahr 1952 nicht mehr.

Wien. Die Statistik Austria passte ihre Schnellschätzung der Jahresinflation für Jänner 2023 um 0,1 Prozentpunkte, von 11,1 auf 11,2 Prozent, nach oben an. Damit erreicht die Teuerungsrate in Österreich ihren höchsten Stand seit 1952.

Der Anstieg des harmonisierten Verbraucherpreisindex, der nach EU-weit einheitlichen Maßstäben berechnet wird, beträgt 11,5 Prozent. Mit diesem Wert gehört Österreich zu den Spitzenreitern in der Eurozone, wo die Inflation in den meisten Staaten zwar immer noch auf hohem Niveau, jedoch wieder am Sinken ist. Nur die baltischen Staaten, Kroatien und die Slowakei verzeichnen, Stand Jänner 2023, eine höhere Inflationsrate. Unter 38 OECD-Ländern weist Österreich den siebthöchsten Anstieg der Inflation auf, wenn man Dezember 2022 mit Dezember 2021 vergleicht.

Zu den stärksten Preistreibern zählen abermals Haushaltsenergie (+51,5 Prozent), Gas (+98,4 Prozent) sowie Strom (+13,7 Prozent). Ohne die Einberechnung von Ausgaben für Haushaltsenergie hätte die Inflation jedoch immer noch 9,2 Prozent betragen. Denn auch in anderen Segmenten ist die Teuerung noch immer hoch und noch immer wachsend. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verzeichnen einen durchschnittlichen Preisanstieg von 17 Prozent. Im Dezember lag dieser Wert noch bei 16,1 Prozent.

Der Mikrowarenkorb, der versucht den durchschnittlichen täglichen Einkauf abzubilden und vor allem Lebensmittel, aber auch zum Beispiel Tageszeitungen sowie Kaffee im Kaffeehaus beinhaltet, verteuerte sich um knapp 17 Prozent. Das Preisniveau des im Miniwarenkorb erfassten durchschnittlichen wöchentlichen Einkaufs stieg um 12,9 Prozent.

Berechnungen der Arbeiterkammer (AK) zeigen, dass vor allem die Preise günstiger Produkte am rasantesten steigen. Ein Warenkorb, bestehend aus 40 eher günstigen Produkten, wurde der AK zufolge zwischen Dezember 2021 und Dezember 2022 beim Discounter Hofer um 39 Prozent teurer, bei Interspar, wo das Preisniveau insgesamt im Durchschnitt etwas höher ist, um 28 Prozent. Im Schnitt der sieben für die Berechnung berücksichtigten Geschäfte stieg der Preis dieses Warenkorbs um 34,3 Prozent im Jahresvergleich.

Quellen: Der Standard/Statistik Austria/Arbeiterkammer

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