Immer mehr Menschen berichten von plötzlichen Angstzuständen im Alltag. Fachleute sehen darin kein neues Phänomen – wohl aber eines, das stärker ins Bewusstsein rückt.
Panikattacken gehören für viele Menschen zum Alltag – oft unerwartet und scheinbar ohne erkennbaren Auslöser. Laut Psychologinnen und Psychologen erleben jährlich etwa zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung eine Angststörung, zu der auch Panikattacken zählen. Gleichzeitig berichten Ärztinnen, Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten vermehrt von Betroffenen, was den Eindruck verstärkt, dass diese Form der Angst zunimmt.
Die Symptome treten häufig abrupt auf: Herzrasen, Schwindel oder Atemnot können selbst bei einem entspannten Spaziergang einsetzen. Für die Betroffenen ist das nicht nur beängstigend, sondern auch stark belastend. Laut Experten entstehen solche Reaktionen oft in sogenannten Nachstresssituationen. Wenn der Körper nach einer intensiven oder belastenden Phase zur Ruhe kommt, können zuvor verdrängte Gedanken und Ängste an die Oberfläche treten.
Grundsätzlich sind Panikattacken kein neues Phänomen. Expertinnen und Experten betonen, dass es sie schon immer gegeben habe. Allerdings wird heute offener darüber gesprochen, und mehr Menschen suchen Hilfe, was die Wahrnehmung verstärkt, dass die Fälle zunehmen.
Zur Bewältigung von Panikattacken setzen Psychologinnen, Psychologen, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten auf verschiedene Strategien. Ein zentraler Ansatz ist der Abbau körperlicher Anspannung, die durch Stresshormone wie Adrenalin entsteht. Bewegung kann dabei helfen, die angestaute Energie abzubauen. Ebenso wichtig ist eine bewusste Atmung: Langsames, ruhiges Atmen – etwa sechs Atemzüge pro Minute – kann den Körper stabilisieren und beruhigen.
Langfristig spielt auch die Auseinandersetzung mit inneren Auslösern eine entscheidende Rolle. Wer versteht, welche Gedanken oder Belastungen hinter dem eigenen Stress stehen, kann gezielt daran arbeiten, Panikattacken vorzubeugen. Dazu gehört auch, eigene Denkmuster zu hinterfragen und emotionale Belastungen aufzuarbeiten.
Leistungsdruck in Arbeit, Studium und Schule sowie anhaltender Stress im Alltag tragen klarerweise dazu bei, dass sich innere Anspannung aufbaut und sich in solchen Momenten entlädt. In einem System, das stark auf Effizienz und permanente Leistung ausgerichtet ist, fällt es vielen schwer, echte Erholungsphasen zu finden – ein Faktor, der die Entstehung von Panikattacken fördert.
Quelle: ORF
















































































