Salzburg. Was sich am vergangenen Samstag auf einem Faschingsball in Pöham im Pongau abgespielt hat, ist kein schlechter Scherz und schon gar kein harmloser „Jugendstreich“. Es handelt sich um offen zur Schau gestellte rechtsextreme Symbolik – und damit um eine bewusste Grenzüberschreitung.
Wie die Salzburger Nachrichten berichteten, traten mehrere Besucherinnen und Besucher in Gewändern des Ku-Klux-Klan auf – jenes rassistischen Terrorbundes, der in den USA für Lynchjustiz, Mord und systematische Gewalt gegen Schwarze Menschen steht. Andere erschienen in Gefangenenkostümen, auf die neonazistische Codes wie „SS88“ geklebt waren – eindeutige Anspielungen auf die Schutzstaffel und den Hitlergruß.
Besonders bezeichnend ist die Aussage der verkleideten Männer gegenüber einer jungen Frau aus dem Prämierungskomitee: Man wisse genau, „wie weit man gehen dürfe“. Genau darin liegt der Kern des Problems.
Rechtsextreme agieren heute selten mit offenem Hakenkreuz. Sie arbeiten mit Codes, Symbolen und Verkleidungen – gerade dort, wo sie hoffen, unter dem Deckmantel von Unterhaltung oder Tradition gesellschaftliche Grenzen zu verschieben. Der Faschingsball wird so zur Bühne für rechte Propaganda.
Dass die entsprechenden Klebestreifen rasch entfernt wurden, als die Security einschritt, zeigt zusätzlich: Den Beteiligten war sehr wohl bewusst, dass es sich um verbotene und strafbare Symbole handelt.
Der Veranstalterverein reagierte korrekt, indem die betreffenden Personen des Saales verwiesen und Anzeigen angekündigt wurden. Dennoch bleibt ein bitterer Befund: Rechtsextreme Auftritte sind inzwischen so normalisiert, dass sie überhaupt erst möglich werden – selbst in einem öffentlichen, lokalen Rahmen. Traurig ist nicht, dass der Ball wegen der Vorfälle in Verruf gerät. Traurig ist, dass junge Menschen glauben, mit KKK-Kutten und Nazi-Codes öffentlich auftreten zu können, ohne ernsthafte gesellschaftliche Konsequenzen zu erwarten.
Der Salzburger Historiker Christoph Kühberger von der Universität Salzburg bringt es klar auf den Punkt: Diese Auftritte fallen in keiner Weise unter den „Deckmantel des Faschings“. Sie seien eindeutig als offener Rassismus und als Verhöhnung der Opfer des NS-Regimes zu verstehen – ohne jeden Interpretationsspielraum.
Solche Auftritte sind kein Randphänomen, sondern Ausdruck einer politischen Entwicklung, in der rechtsextreme Inhalte bewusst in den Alltag getragen werden – dorthin, wo man sie als „Spaß“ tarnen kann.
Quelle:


















































































