Berlin. Europas größter Automobilkonzern Volkswagen plant einem Medienbericht zufolge den Abbau von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen weltweit. Nach Informationen des Manager Magazins könnte sich das bisherige Sparziel damit verdoppeln. Betroffen wären von den derzeit rund 657.000 Beschäftigten nahezu jeder sechste Arbeitsplatz. Außerdem sollen mittelfristig die Werke in Hannover, Zwickau und Emden sowie das Audi-Werk in Neckarsulm vor der Schließung stehen.
Volkswagen wollte die Berichte nicht bestätigen und verwies darauf, dass interne Planungen grundsätzlich nicht kommentiert würden. Konzernchef Oliver Blume begründet den Umbau mit der „tiefgreifenden Transformation“ der Automobilindustrie. Der Konzern müsse „effizienter und schlanker“ werden und Synergiepotenziale stärker nutzen. Über die Pläne soll der Aufsichtsrat am 9. Juli beraten.
Tatsächlich ist das Konzernergebnis 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent eingebrochen, von 12,4 auf 6,9 Milliarden Euro. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2025, also jener Teil des Gewinns, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird, wurde auf der Hauptversammlung erst vor wenigen Tagen auf 5,20 Euro je Stamm- und 5,26 Euro je Vorzugsaktie festgelegt. Damit sinken die Dividenden nur um zirka 17 Prozent und somit deutlich weniger. Die Kosten für die Krise des Automobilkonzerns soll die Belegschaft zahlen.
Den Berichten zufolge beschränken sich die Pläne nicht auf den Stellenabbau. Auch eine grundlegende Umstrukturierung des Konzerns wird vorbereitet. Die Kernmarke Volkswagen sowie die Komponentensparte sollen in eigenständige Gesellschaften ausgegliedert werden. Die derzeitige Konzernstruktur fällt unter das VW-Gesetz, das dem Land Niedersachsen eine Sperrminorität (also die Möglichkeit, Beschlüsse zu verhindern) sichert. Künftig soll der Aufsichtsratschef der ausgegliederten Marke gemeinsam mit der Kapitalseite die Vertreter der Belegschaft überstimmen können.
Die angekündigten Maßnahmen stoßen auf Widerstand. Die IG Metall und der Gesamtbetriebsrat kündigten an, mögliche Werksschließungen und Massenentlassungen „mit aller Macht“ verhindern zu wollen. Laut dem Sprecher der IG Metall in Niedersachsen, Jan Mentrup, seien auch Warnstreiks davon nicht ausgenommen.
Quellen: Junge Welt/Der Standard/Heise



















































































