Der israelische Fußballclub Beitar Jerusalem trifft am Donnerstag in der Generali Arena auf Austria Wien. Der israelische Club fiel in der Vergangenheit mehrfach durch seine rassistischen und gewaltbereiten Hooligans auf. Für die Bewohnerinnen und Bewohner Favoritens stellt das Spiel eine Gefahr dar.
Wien. Im Rahmen der UEFA Conference League trifft der israelische Club Beitar Jerusalem in Favoriten auf Austria Wien. Der Verein ist für seine rassistischen Fans bekannt – in der Fankurve von Beitar Jerusalem wird „Hier kommt die rassistischste Mannschaft Israels“ gegrölt, auch „Tod den Arabern“ und „Mögen eure Dörfer brennen“ sind zu hören. Muslime und Muslima, Araberinnen und Araber sowie Palästinenserinnen und Palästinenser sind insbesondere bei der radikalen Fangruppe „La Familia“ Feindbilder.
Dabei bleibt es nicht bei Parolen. Auch gewaltsame Übergriffe durch Hooligans des Vereins haben in der Vergangenheit stattgefunden. Im vergangenen Jahr griff etwa eine Gruppe von Fans des Vereins nach einer Niederlage zwei arabische Busfahrer an und verletzte diese. Der Versuch, im Jahr 2013 zwei muslimische Fußballspieler zu verpflichten, führte zu einem umfassenden Fanboykott. Die Zuschauerzahlen im Stadion sanken von rund 25.000 Besucherinnen und Besuchern auf wenige Hundert. Mitglieder von „La Familia“ setzten außerdem ein Vereinsbüro in Brand.
Für die Bewohnerinnen und Bewohner Favoritens geht von dem Spiel eine Gefahr aus. Ausgerechnet in einem Viertel, in dem der Anteil migrantischer und muslimischer Arbeiterinnen und Arbeiter besonders hoch ist, werden Fans und Hooligans des Vereins unterwegs sein. Rund 900 Eintrittskarten wurden für Beitar-Fans reserviert. Die Palästina Solidarität Österreich hat für den 13. August um 17 Uhr eine Kundgebung auf dem Reumannplatz angekündigt und ruft dazu auf, das Gebiet rund um die Generali Arena vor, während und nach dem Spiel zu meiden.
Beitars politische Verbindungen
Beitar Jerusalem und seine Fans haben in der Vereinsgeschichte immer wieder politische Rollen eingenommen. Die Gründung des Vereins im Jahr 1936 erfolgte durch Anhänger der zionistisch-revisionistischen Bewegung rund um Wladimir (Ze’ev) Jabotinsky. Dabei handelte es sich um eine besonders radikale und gewalttätige Bewegung innerhalb des Zionismus, aus der später die Likud-Partei hervorging. Auch der Name des Vereins, „Beitar“, weist auf die politische Herkunft des Vereins hin. Er ist an die Jugendorganisation Betar, auch „Beitar“ genannt, angelehnt, die Jabotinsky 1923 gründete. Die Organisation hatte Verbindungen zum faschistischen Italien und verübte Gewalttaten gegen Palästinenserinnen und Palästinenser sowie politische Gegnerinnen und Gegener.
Aus den Reihen Betars stammten viele einflussreiche Politiker Israels, etwa die späteren Ministerpräsidenten Menachem Begin und Yitzhak Shamir. Begin und Shamir waren als Führer der jüdischen Terrororganisationen Irgun und Stern maßgeblich am Massaker von Deir Yassin beteiligt, einem palästinensischen Dorf in der Nähe Jerusalems, das im April 1948 zerstört wurde und eines der entscheidenden Verbrechen der ethnischen Säuberung Palästinas während der Nakba darstellte.
Keine Einzelfälle
Nicht nur Teile der Fanszene von Beitar Jerusalem sind gewalttätig. Im November 2024 kam es im Zuge eines Spiels des Vereins Maccabi Tel Aviv in Amsterdam zu Ausschreitungen. Maccabi-Fans zogen durch die niederländische Hauptstadt, grölten rassistische Gesänge und verprügelten muslimische Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt. Anrainerinnen und Anrainer stellten sich der Gewalt entgegen. Nachdem die rassistischen Fans aus Tel Aviv zurückgedrängt werden konnten, wurden die Vorfälle in vielen bürgerlichen Medien zu „antisemitischen Ausschreitungen“ stilisiert.
Quelle: Palästina Solidarität















































































