Im Großraum Linz sind im Sommer 2026 insgesamt 32 Menschen an Legionellose erkrankt, drei Personen sind gestorben. Während seit Anfang September keine neuen Erkrankungsfälle mehr bekannt wurden, ist die Suche nach der Ursache des Ausbruchs noch nicht abgeschlossen. Inzwischen wurden neben Anlagen der Linz AG auch Legionellen in Kühltürmen der voestalpine und des Kunststoffherstellers Poloplast festgestellt.
Erstmals konnte ein direkter Zusammenhang zwischen einer technischen Anlage und einer Erkrankung nachgewiesen werden: Ein in einem Kühlturm der Linz AG in der Wienerstraße gefundener Legionellenstamm stimmte mittels Sequenzierung mit dem Isolat eines Erkrankten überein. Die Anlage wurde gereinigt, desinfiziert und auf Trockenbetrieb umgestellt. Die Linz AG betont, dass die Trinkwasserversorgung zu keinem Zeitpunkt betroffen gewesen sei.
Ob die Funde bei der voestalpine in Linz und bei Poloplast in Leonding mit dem Ausbruch in Zusammenhang stehen, ist derzeit nicht geklärt. Beide Unternehmen erklärten, nach den Nachweisen Maßnahmen ergriffen zu haben. Insgesamt wurden von den Behörden inzwischen mehr als 200 Proben aus Haushalten, Betrieben, Beherbergungsstätten und technischen Anlagen untersucht. Von den 32 Erkrankten konnten bisher vier Humanisolate sequenziert werden. Nur eines davon stimmt mit dem Stamm aus dem Kühlturm der Linz AG überein.
Der Ausbruch wirft damit auch Fragen nach der Kontrolle und Wartung solcher Anlagen auf. Thomas Fleischanderl vom TÜV Austria erklärte bereits Ende August: „Wir sehen, dass in der Praxis viele Betriebe und Gebäude mit Kühltürmen nicht regelmäßig gewartet und überprüft werden. Damit ist man eigentlich im Blindflug unterwegs.“ Der Verein fordert deshalb unter anderem ein zentrales Register für Kühltürme.
Dass die mangelhafte Wartung technischer Anlagen nicht nur ein betriebliches, sondern auch ein gesundheitliches Risiko darstellen kann, zeigt der Ausbruch in Linz deutlich. Die Unternehmen hat das offensichtlich nicht interessiert, spart man sich Wartungen, spart man sich schließlich auch Ausgaben. Gleichzeitig sind die konkreten Ursachen für das Auftreten der Legionellen weiterhin Gegenstand der Untersuchungen. Die Staatsanwaltschaft Linz ermittelt mittlerweile wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen unbekannte Täter.
Legionellen werden vor allem durch das Einatmen von mit den Bakterien belastetem Wassernebel übertragen. Das Trinken von belastetem Wasser gilt hingegen nicht als Übertragungsweg. Nach Angaben der Behörden ist die Trinkwasserversorgung in Linz nicht betroffen.






















































































