HomeFeuilletonGeschichteLenin – Schwert und Flamme des Weltproletariats

Lenin – Schwert und Flamme des Weltproletariats

Am heutigen 21. Jänner jährt sich der Todestag von Wladimir Iljitsch Lenin (1870–1924) zum 100. Mal. Wir bringen zu diesem Anlass eine Rede von Clara Zetkin (1857–1933), die sie am 7. Februar 1924 vor dem Moskauer Sowjet hielt.

Die Kommunistische Internationale und die Kommunistische Partei Deutschlands sind eins mit Euch in der Trauer um Lenin, um diesen genialen, unvergleichlichen, unvergesslichen Führer des Weltproletariats und der Weltrevolution. Wir, die über den ganzen Erdball verstreuten Millionen Ausgebeuteter und Geknechteter, wissen, was wir ihm zu verdanken haben. Er war ein vorausschauender Kämpfer für unsere Sache. Er war seinem Heer Wegweiser und Wegbereiter. Er steht in seiner einmaligen Größe hoch über allen. Er führte den gewaltigen Kampf des frühlingsfrischen Neuen gegen das sich widersetzende Alte. In der dunkelsten Zeit der proletarischen Geschichte, da es schien, als sei der raubgierige Imperialismus auf den von Blut dampfenden Schlachtfeldern im Begriff, den proletarischen Sozialismus zu vernichten und das Kapital für immer zum Sieger zu machen, gab Lenin den Zweifelnden, den am revolutionären Kampf Verzweifelnden den Glauben an die revolutionäre Kraft der Arbeiterklasse wieder. Die Bolschewiki und das russische Proletariat führend, bewies er, dass das Proletariat mit kühnem Sinn und kühner Tat die ganze soziale Welt durch die Revolution umwälzen kann. Er lehrte, dass es für die Ausgebeuteten aller Länder nur einen Ausweg aus der Hölle gibt, aus der Fäulnis und dem Zerfall der bürgerlichen Wirtschaft und Kultur: die Zerschlagung des Kapitalismus und die Verwirklichung des Kommunismus.

Lenin gab den Massen die Losung, die den Weg zu diesem großen Ziel erhellte: „Alle Macht den Sowjets, Diktatur des Proletariats, Organisation des Sowjetstaates!“ Heißen Herzens war er mit den Arbeitern aller Länder. Mit seinem klaren Verstand, gestützt auf gründliches Studium der Theorie und des Lebens, begriff er die ganze Macht der Arbeiterklasse, wertete er sie als revolutionären Kämpfer und Erbauer einer höheren und kulturvolleren Gesellschaftsordnung. Mit allen Fasern, seinem ganzen Wesen war er mit der Arbeiterklasse verbunden. So wuchs, so wurde Lenin der große unsterbliche Führer der Weltrevolution, als den wir ihn kennen. Er war der Organisator der konsequentesten revolutionären Partei in Russland, er war der Schöpfer und Führer der Kommunistischen Internationale.

Der Kommunistischen Partei Deutschlands war er in den härtesten Zeiten bester Freund und Ratgeber. Lenin – das ist die Flamme. Lenin – das ist das Schwert des Weltproletariats. Er ist die Flamme, die leuchtet und wärmt, er ist das Schwert, mit dem wir uns den Weg bahnen. Lenin ist tot, aber die Flamme seiner Lebensarbeit leuchtet und wärmt uns wie zuvor. Das Schwert darf niemals stumpf werden. Wir sind auf allen Seiten von der Konterrevolution umgeben, aber mit uns ist als Vorbild das Werk Lenins, Sowjetrussland, die Sozialistische Sowjetrepublik und die Kommunistische Partei Russlands.

Wir haben aber weder Zeit zur Klage noch zur Trauer. Aufs Neue erklingen die Trompeten, es gilt neuen Kampf! Einen kurzen Augenblick senken wir unser Banner zum Gedenken an diesen vollkommenen Menschen. Dann erheben wir es von neuem, damit es über uns weht und uns zum Sieg der Werktätigen in der ganzen Welt führt.

Quelle: Clara Zetkin, „Für die Sowjetmacht – Artikel, Reden und Briefe“, Berlin 1977, S. 351–353

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