Die nationalen Schulden der USA wachsen seit Jahrzehnten stetig an. Mit 40 Billionen Dollar (ca. 34 Billionen Euro) haben sie jedoch noch nie ein so großes Ausmaß erreicht wie aktuell. Es gelang der US-amerikanischen Sozial- und Wirtschaftspolitik, die Staatsverschuldung innerhalb eines Jahrzehnts zu verdoppeln – zwei Jahre früher als erwartet. In den letzten 25 Jahren weigerten sich Politiker, dieses Problem anzugehen – und das zu Lasten der eigenen Bevölkerung.
Washington. Innerhalb von zehn Jahren gelang es den Vereinigten Staaten von Amerika, ihre Staatsschulden zu verdoppeln: Während sie im August 2016 bei etwa 19 Bio. Dollar lagen, wurden am 18. August 2026 offiziell die 40 Billionen überschritten. Dies entspricht der Summe der Staatsschulden der in der Liste auf die USA folgenden vier Länder mit den höchsten Defiziten. Die USA erreichten die 39 Billionen Dollar erst im März dieses Jahres und die Billion davor im Oktober 2025. Laut dem Congressional Budget Office (CBO) könnte die Zahl bis 2036 sogar auf 64 Billionen Dollar steigen.
Erst im historischen Vergleich wird die Größe dieser Zahlen deutlich. Bereits 1791 beliefen sich die Schulden des jungen Staates, die er aus dem Revolutionskrieg geerbt hatte, auf 75 Millionen Dollar. Um 1835 erreichten sie unter Präsident Andrew Jackson das erste und einzige Mal in ihrer Geschichte eine nahezu vollständige Auflösung der staatlichen Verschuldung. Dies war jedoch nur von kurzer Dauer, denn schon nach zwei Jahren kam es wieder zu einem Anstieg. Während des Ersten Weltkriegs war die Zahl bereits auf über 20 Milliarden und im Zweiten Weltkrieg auf 260 Milliarden US-Dollar angewachsen. Inflation nun mit einberechnet, beträgt diese Zahl jedoch immer noch nur ein Achtel der heutigen Schulden (ca. 4,7 Billionen).
Die steigenden Zahlen erscheinen keineswegs aus dem Nichts. Die kapitalistischen Krisen von 2008 und 2020/21 während der Corona-Pandemie verursachten wirtschaftliche Einbrüche, die die Regierung mit massiven Finanzhilfen und Konjunkturpaketen – und damit auf Kosten einer steigenden Staatsverschuldung – zu mildern versuchte. Das durchschnittliche Alter der Bevölkerung steigt von Jahr zu Jahr weiter an, was zu höheren Ausgaben für Sozial- und Gesundheitsprogramme führt. In den letzten 25 Jahren gab es zudem keine bemerkenswerten politischen Maßnahmen, mit denen die Politikerinnen und Politiker die Staatsschulden senken konnten.
Während das US-amerikanische Kapital und Politik ihren Fokus auf Profite durch ferne Kriege setzen, leiden die Arbeiterklasse und die arbeitenden Volksschichten unter den Folgen der Staatsverschuldung. Da diese Schulden in der globalen Ordnung kaum tragbar sind, werden zur Bekämpfung Hilfsbedürftige und Personen höheren Alters regelrecht geopfert, indem die Altersvorsorge gekürzt und Hilfsprogramme eingeschränkt werden. Man kann mit noch geringeren Löhnen rechnen, damit Unternehmen selbst weiterhin ihre Profite steigern. Schon jetzt sind die Konsequenzen erkennbar: Die Zinsausgaben steigen rasant und der politische Alltag verlangsamt sich. Je länger die US-amerikanische Regierung diese Probleme weiterhin verschiebt, desto schwerwiegender werden die Konsequenzen für die Arbeiterklasse sein.
Quellen: RN/BBC/Voronoi/Journal of Economic Perspectives/United States Government




















































































