Nach der Ankündigung von 1700 Entlassungen und mehreren Werksschließungen bei Electrolux in Italien üben Fronte Comunista und Fronte della Gioventù Comunista scharfe Kritik an Regierung, Finanzfonds und Konzernführung. In einer Erklärung solidarisieren sie sich mit den streikenden Beschäftigten und warnen vor einer umfassenden „kapitalistischen Umstrukturierung“ der Industrie.
Rom. Mit scharfen Worten reagierten die Kommunistische Front und die Jugendorganisation FGC auf die angekündigten Massenentlassungen beim Haushaltsgerätehersteller Electrolux in Italien. In einer Stellungnahme verurteilen sie den geplanten Abbau von 1700 Arbeitsplätzen sowie die Schließung mehrerer Standorte als Ausdruck einer „kapitalistischen Umstrukturierung“ zugunsten von Finanzfonds und Investoren. Zugleich rufen sie zur Solidarität mit den streikenden Beschäftigten und zu einer Ausweitung der Proteste auf. Nachfolgend dokumentieren wir die Erklärung im Wortlaut.
Die ‚Umstrukturierung‘ sollen die Unternehmer bezahlen
„Das Politbüro des Fronte Comunista und das Nationale Sekretariat des FGC drücken ihre Besorgnis und tiefe Empörung über die Ankündigung der vergangenen Tage aus, in der der multinationale Konzern Electrolux einen Plan zum Abbau von 1700 Arbeitsplätzen bei insgesamt 4500 betroffenen Beschäftigten in unserem Land vorgestellt hat, verbunden mit der Schließung mehrerer Standorte, darunter jener von Cerreto d’Esi in der Provinz Ancona.
Wir stehen vor einem Prozess, der bereits seit längerer Zeit im Gange ist und bei dem das Unternehmen schon durch Produktionsverlagerungen und Entlassungen aufgefallen ist. Begünstigt wurde dies nicht nur durch die Suche nach niedrigen Arbeitskosten in anderen Ländern, sondern auch durch die intransparente Verwendung mehrerer Millionen Euro aus EU-Kohäsionsfonds zu diesem Zweck. Die Entscheidung, ganze Standorte in Italien zu schließen, wird maßgeblich von den Finanzfonds ‚BlackRock‘ und ‚Amf‘ vorangetrieben, die 80 Prozent der Electrolux-Aktien halten, um die Renditen ihrer Investoren zu sichern und die ‚Wettbewerbsfähigkeit‘ auf dem Markt im Hinblick auf eine mögliche Übernahme durch andere Großkonzerne, insbesondere chinesische, zu erhöhen.
Wir erklären unsere Solidarität und volle Unterstützung für die dauerhafte Mobilisierung und die Streikaktionen, die von den Arbeitern und ihren Gewerkschaftsorganisationen, allen voran der FIOM-CGIL, organisiert werden. Die Kommunisten stehen an der Seite der Arbeiter vor den Werkstoren – wie heute Morgen in der Provinz Ancona – und auf den Plätzen: Wir sind der Auffassung, dass es notwendig ist, entschieden auf die Arroganz von Unternehmern und Finanzfonds zu reagieren, die glauben, tun und lassen zu können, was sie wollen, nachdem sie Milliardengewinne eingestrichen und in den letzten zehn Jahren fast 13 Millionen Euro an öffentlichen Subventionen erhalten haben. Wenn jemand für diese ‚Umstrukturierung‘ bezahlen muss, dann ganz sicher nicht die Arbeiter, sondern diejenigen, die auf Kosten der Haut und des Schweißes der Arbeiter riesige Profite gemacht haben.
Die soziale Katastrophe, vor der wir stehen, ist die plastische Darstellung der ‚Industriepolitik‘ der Regierung Meloni: nämlich die Unternehmer und das Kapital schalten und walten zu lassen und ihre Interessen auf Kosten jener der Arbeiter zu schützen. Nichts anderes als das, was bereits bei GKN, ILVA, MAGNETI MARELLI und so weiter zugelassen wurde. Damit zeigt sich erneut der arbeiterfeindliche Charakter der Politik einer Regierung, die der beste Verbündete von Industriellen und Spekulanten ist.
Es ist an der Zeit, sich nicht nur zur Verteidigung jedes einzelnen Arbeitsplatzes bei Electrolux zu mobilisieren, sondern den Kampf zu verallgemeinern, indem alle in den vergangenen Jahren eröffneten und künftig entstehenden ‚Krisentische‘ einbezogen werden. Man muss inzwischen zur Kenntnis nehmen, dass eine gefährliche kapitalistische Umstrukturierung im Gange ist, die ganze Produktionssektoren unseres Landes erfasst und Millionen von Arbeitsplätzen zu vernichten droht, während zugleich die Produktionsstruktur schrittweise in eine regelrechte Kriegswirtschaft umgewandelt wird. Angesichts der Perspektive von Massenentlassungen, Arbeitslosigkeit und Krieg muss die Front der Arbeiter geschlossen werden, um zu fordern, dass Produktion und Arbeit unter ihrer Kontrolle stehen, um die Bedürfnisse des Volkes zu erfüllen, und nicht unter jener von Spekulanten und Finanzfonds. Entweder unsere Leben oder ihre Profite!“
Quelle: FC
















































































