Der Kabinettschef und Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, Ziv Agmon, hat vor kurzem marokkanischstämmige israelische Juden als „Paviane“ bezeichnet. Nachdem ihm sein Chef das nach einer dahingerotzten Entschuldigung durchgehen lassen wollte, wurde der Druck schlussendlich doch zu groß, und der Sprecher musste zurücktreten.
Marokkanische Juden bilden eine der größten Gruppen innerhalb der Mizrachim, der Juden, die aus arabischen und nordafrikanischen Ländern nach Israel eingewandert sind. Ihre Zahl wird heute auf etwa eine halbe Million Menschen innerhalb des Staates Israel geschätzt. Die Mizrachim sind sozial und gesellschaftspolitisch traditionell in einer benachteiligten Stellung gegenüber den aschkenischen Eliten vorwiegend europäischer Herkunft.
Dass sich hohe Vertreter des israelischen Staates als weiße Rassisten nicht nur den Palästinensern gegenüber, sondern auch israelischen Staatsbürgern anderer Hautfarbe hervortun, wird in der Debatte hierzulande gerne als antisemitisches Vorurteil abgetan. Es passt nicht in die gängige Erzählung vom Staat Israel, den uns die Mainstream-Medien gerne auftischen.
Rassismus gegen Palästinenser alltäglich
Dass Minister der Regierung Netanjahu Palästinenser als „menschliche Tiere“ bezeichnen, denen man Strom, Essen, Wasser und Treibstoff vorenthalten müsse, zeigt die Gesinnung, die in dieser Regierung vorherrscht. Eigene Staatsbürger und Glaubensbrüder anderer Hautfarbe als „Paviane“ zu bezeichnen, passt da konsequent in dieselbe menschenverachtende Gesinnung. Es ist weißes Kolonialherrendenken, deshalb versteht man sich auch so gut mit den US-amerikanischen Rassisten und den alten Apartheidherren Südafrikas.
Übrigens: Innerhalb der Regierungspartei Likud gilt als größter Schaden des „Pavian“-Sagers des Netanjahu-Sprechers, dass man damit eine so große Wählergruppe verschrecke. Deshalb musste der Rassist seinen Posten verlassen.
Quellen: DIE ZEIT/infosperber


















































































