Start Internationales Proteste gegen Rechtsextremen als Leiter von Yad Vashem

Proteste gegen Rechtsextremen als Leiter von Yad Vashem

Tel Aviv. Die geplante Ernennung eines ehemaligen ultrarechten israelischen Politikers zum neuen Vorsitzenden der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem hat international Proteste ausgelöst. Bislang hätten 750 Wissenschaftler sowie Mitarbeiter jüdischer Museen und Gedenkstätten einen Protestbrief unterzeichnet, teilte einer der Initiatoren, Hanno Loewy, Direktor des jüdischen Museums Hohenems in Vorarlberg, am Mittwoch mit. Auch Holocaustüberlebende hatten die geplante Ernennung von Ephraim Eitam kritisiert. Ein Sprecher von Yad Vashem wollte sich zu der Ernennung nicht äußern.

Der bisherige Vorsitzende von Yad Vashem, Avner Schalev, geht zum Jahresende in Pension. Medienberichten zufolge unterstützt der für die Nominierung des Nachfolgers zuständige Minister Zeev Elkin (Likud) die Kandidatur Eitams. Der 68-jährige Eitam hatte in der Vergangenheit die Vertreibung der meisten Palästinenser aus dem Westjordanland und die Entfernung israelischer Araber aus dem Parlament in Jerusalem gefordert. Er gilt auch als glühender Unterstützer der israelischen Siedlungsbewegung in den besetzten Gebieten. Während des ersten Palästinenseraufstands Intifada (1987–1993) war Eitam Kommandeur einer israelischen Kampfeinheit. Vier seiner Untergebenen wurden damals verurteilt, weil sie einen palästinensischen Gefangenen getötet hatten. Eitam selbst wurde nicht verurteilt, der Mord überschattete jedoch seine spätere politische Karriere.

Yad Vashem („Denkmal und Name“) in Jerusalem ist die größte Holocaustgedenkstätte der Welt. In dem Protestbrief heißt es unter anderem, Yad Vashem wolle nicht nur an den Holocaust erinnern, sondern auch Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung in der Gesellschaft insgesamt bekämpfen. Diese wichtige Aufgabe drohe nun „einem unverhohlen rechtsextremistischen und historisch ungebildeten Politiker“ in die Hand gegeben zu werden. 

Quelle: Junge Welt

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