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Der Wandel der Forderungen der Gewerkschaft

Erst Corona-Tausender, jetzt 1.000 Euro Österreich-Gutschein – die Gewerkschaftsführung stellt immer wieder neue Forderungen auf.

Wien. Die Corona-Folgen bzw. die aktuelle Krise des Kapitalismus bringen die Kreativität der Gewerkschaften, aber nicht ihre potenzielle Durchschlagskraft ans Tageslicht. Die Forderungen wechseln wegen der Nichtdurchsetzung sehr häufig. Nachdem es eine Corona-Prämie in einigen Bereichen zwar gab – vielfach in lächerlich geringer Höhe -, forderte man den Corona-Tausender per Petition. Dieser ist schnell wieder verschwunden. Nun verlangt die Gewerkschaft vida einen 1.000 Euro Österreich-Gutschein, um die Konjunktur anzukurbeln. Ihr Vorsitzender Roman Hebenstreit bezeichnet es als eine Art Anreizsystem, um u.a. den heimischen Tourismus zu unterstützen (die Hoteliersvereinigung ist begeistert). Freilich kann man mit diesem Gutschein keine Miete zahlen, und dass die Gewerkschaftsführung, die bei den Kollektivvertragsverhandlungen keine Reallohnzuwächse erzielen kann, hier versucht, ein paar kurzfristige Geschenke zu verteilen, erscheint gar nicht mehr ernstzunehmend, nachdem keine der Forderungen in der letzten Zeit realisiert werden konnte. Die Masken-Pause wäre ein weiteres Beispiel. 

Statt dass man strategisch dagegen vorgeht, dass die Arbeiterklasse die Kosten der Krise zahlen muss, um die Profite zu sichern, wird durch solche Forderungen das eigentliche Problem verschleiert. Der Gewerkschaftsapparat erscheint als das, was er ist, die sozialdemokratische Stütze des Kapitalismus.

Quelle: ORF

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