Salzburg/Wien. Man traut seinen Augen kaum! Betritt man die Jagdmesse „Hohe Jagd“ am Salzb1urger Messegelände, sieht man gleich klassische tierquälerische Tellereisenfallen an einer Leine zum Verkauf angeboten, einzeln bepreist. Das sind Fallen, die seit über 30 Jahren in der EU und in Österreich verboten sind. Fallen, mit denen man im Schnee Pelztieren nachgestellt hat, die, wenn sie auf die Falle treten, mit ihrem Bein unter größten Schmerzen zwischen zwei Bügeln eingeklemmt werden und so verharren müssen, bis sie jemand findet und umbringt. Stunden- oder tagelang verweilen sie dabei in Todesangst. Oft beißen sich die gefangenen Tiere vor Verzweiflung selbst ein Bein ab.
Und Jagdreisen werden angeboten, einen Elefanten kann man für 68.000 Euro töten. Aber selbst Bären in Kroatien und sogar Luchse sind gegen gutes Geld zu haben. Da werden, während viel Alkohol konsumiert wird, also streng geschützte Arten einfach an Menschen verkauft, die gerne Exoten töten wollen. Für Außenstehende ist diese befremdliche Lust überhaupt nicht nachvollziehbar. Natürlich sind neben Jagdreisen und Fallen auch zahlreiche Trophäen und ausgestopfte Tiere zu haben, tödliche Schusswaffen zu bewundern und Heldengeschichten über getötete Füchse zu hören. Ein Gruselkabinett, das seinesgleichen sucht.
Gegen diese mit Lust begangenen Tierquälereien protestierten am 19. Februar verschiedene Tierschutzvereine vor dem Messegelände in Salzburg. Und tatsächlich gab es auch Zustimmung seitens einiger Messebesucher:innen. Da erklärte ein Jäger, dass 90–95 Prozent aller Jäger:innen „zum Vergessen“ seien. Andere meinten, sie würden keine weiblichen Rehe schießen, die täten ihnen leid. Und sogar Füchse wollten einige Jäger:innen, die das am Weg zur Messe bei der Tierschutzdemo deponierten, nicht mehr töten. Andere Jäger:innen hatten dagegen nur Verachtung für die Tierschützer:innen und ihr Anliegen übrig.
Unterm Strich ist festzuhalten: Dass explizit längst verbotene Fallen zum Verkauf angeboten werden, ist ein Skandal – der Verein gegen Tierfabriken (VGT) hat zurecht Anzeige erstattet. Auch die Jagdangebote auf große Beutegreifer in Europa sind sehr irritierend. Eigentlich sind diese Tiere streng geschützt, sie kontrollieren ihre Anzahl selbst und sie sollten nur im Problemfall getötet werden. Wenn nun Abschüsse von Bären und Luchsen verkauft werden, wie auf dieser Messe, dann beweist das einmal mehr, worum es der Jägerschaft geht: nicht um die Rettung bedrohter Menschen oder von „Nutztieren“, sondern um den (teuren) Abschussspaß und die Trophäe. Diese Jagdmesse beweist leider einmal mehr, dass es noch sehr viel an Aufklärungsarbeit bedarf, bevor die Jagd in weniger destruktive Bahnen gelenkt werden kann.
Quelle: VGT via OTS



















































































