Während die Medien voll sind von Berichten über den gestrandeten Buckelwal Timmy, wird nur noch selten über die tausenden ertrinkenden Menschen im Mittelmeer berichtet.
„‘Gutes Zeichen‘ bei Wal Timmy – das macht den Rettern nun Hoffnung!“ – titelte RTL Anfang dieser Woche. Ja Gott sei Dank, da können wir endlich beruhigt sein, dass der arme Timmy hoffentlich bald frei ist! Auch die Tagesschau berichtet über die Rettungsaktion, der Norddeutsche Rundfunk bespielt einen Liveticker und selbst der ORF hierzulande verbreitet die frohe Botschaft über den armen Buckelwal Timmy in der Wismarer Bucht.
Wovon wir gleichzeitig seit Jahren immer weniger hören, sind die Menschen, die jeden Monat nicht stranden, sondern ertrinken. Nicht in der Ostsee, sondern im Mittelmeer an den europäischen Außengrenzen. Seit Ende März dieses Jahres sind in Schiffs“unglücken“ 180 Menschen gestorben oder gelten als vermisst. Die Gesamtzahl der Todesopfer im Jahr 2026 lag am 7. April bei knapp 1.000 Menschen. Im Schnitt starben so über neun Menschen jeden Tag dieses Jahres allein im Mittelmeer, an der Politik der EU und des Imperialismus.
Ein gekentertes Boot mit 120 Geflüchteten im zentralen Mittelmeer, nur 32 Überlebende. Ein anderes, dessen Motor nach 3 Tage auf See ausfiel, zu wenig Essen, schlechte Wetterbedingungen, 19 Tote. Menschen mit Namen, mit Geschichte, mit Familien, jedoch in europäischen Mainstreammedien maximal eine kurze Meldung, eine Randnotiz wert. Keine Timmys, keine spektakulären Berichte über Rettungsaktionen, keine Liveticker.
Tausende Tote durch EU-Grenzregime
Der Grund: Die EU und ihr Grenzregime tragen massive Schuld an der humanitären Katastrophe im Mittelmeer. Abschottungspolitik, illegale Pushbacks, die EU-Grenzschutzbehörde Frontex, die Flüchtlingsboote angreift, die sogenannte Lybische Küstenwache, die zivile Rettungsboote beschießt und mit der die EU zusammenarbeitet – alles um verzweifelte Menschen auf der Flucht vor Verfolgung oder Krieg aus Europa fernzuhalten.
Der Imperialismus der Europäischen Staaten verursacht Krieg, Zerstörung und Armut in vielen Teilen der Welt. Die Folge sind Fluchtbewegungen in das stabilere Europa, die die herrschenden steuern wollen. Dafür spielt das Grenzregime seine grausame Rolle, während die Medien lieber über gestrandete Buckelwale als ertrunkene Menschen berichten.
Quelle: RTL/NDR/ORF/ MSN/Tagesschau/IOM/Tagesschau/DHN


















































































