Ein gemobbter thailändischer Schüler stahl die Waffe seines Großvaters, erschoss diesen und seine Großmutter und begann einen Amoklauf an seiner Schule, bei dem mindestens sieben Menschen getötet und mindestens 15 weitere verletzt wurden. Dies war die zweite Schulschießerei des Jahres und die verlustreichste seit vier Jahren.
Bang Kruai. An einer Schule in der thailändischen Provinz Nonthaburi hat am Freitagvormittag ein 14-jähriger Schüler eine Schießerei begangen. Die Zahlen der Todesopfer und Verletzten variieren je nach Quelle stark. Ein genereller Konsens besteht jedoch darin, dass mindestens sieben Menschen starben, darunter drei Lehrpersonen, drei Schüler und der Täter selbst, und mindestens 15 Menschen verletzt wurden, wobei die Zahl der Verletzten bei über 30 liegen kann. Der Schüler soll die Schusswaffe seinem Großvater gestohlen haben. Anschließend soll er ihn und seine Großmutter erschossen haben, bevor er in die Schule ging und die Schießerei begann. Schließlich nahm er sich selbst das Leben.
Polizistinnen und Polizisten sowie Rettungskräfte erreichten alsbald die Schule und evakuierten sie. Der thailändische Premierminister Anutin Charnvirakul erklärte, er habe alle zuständigen Behörden angewiesen, ihre Prioritäten darauf zu legen, schnellstmöglich zum Ort des Geschehens zu gelangen und die Verletzten zu behandeln. Laut Charnvirakul und weiteren thailändischen Politikerinnen und Politikern sei der Vorfall ein weiterer Beweis dafür, dass die momentanen Waffengesetze im Land noch immer zu locker sind. Rund jede siebte Person in Thailand sei im Besitz einer Feuerwaffe. Das entspricht etwa sieben Millionen Bewaffneten bei einer Bevölkerung von 71 Millionen – weitaus mehr als in den meisten anderen südostasiatischen Ländern.
Die Unfähigkeit vieler kapitalistischer Regierungen weltweit, für das psychische Wohlbefinden ihrer Bevölkerung – vor allem ihrer Kinder – zu sorgen, zeigt sich leider vermehrt in Form von Amokläufen an Schulen. Amokläufe von Kindern, die unter dem Druck des Schulsystems und ihrer sozialen Umstände zu solchen Taten greifen, sind höchst tragische Ereignisse und zugleich Grund zur kritischen Analyse: Wie konnte ein Kind an eine Waffe gelangen? Wie konnten weder Lehrpersonal, noch Erziehungsberechtigte seinen psychischen Zustand früher erkennen und für Hilfe sorgen? Wettbewerbsfähigkeit, Kapitalgewinn und die Produktion stresswiderstandsfähiger Arbeitskräfte erweisen sich hier erneut als wichtiger als die Rettung und psychologische Behandlung derer, die es benötigen.
Quellen: ORF/Tagesschau/Reuters/Vietnam















































































