Die imperialistische Weltordnung wird instabiler. Die Widersprüche verschärfen sich, Einflusszonen werden neu aufgeteilt, Militärbündnisse ausgebaut und ganze Regionen zum Schauplatz von imperialistischen Kriege. Für die Arbeiterklasse bedeutet diese Entwicklung nichts anderes als Teuerung, Sozialabbau, Militarisierung und die Gefahr, selbst als Kanonenfutter für die Interessen des Kapitals herhalten zu müssen.
Als am 1. September 1939 das faschistische Deutschland Polen überfiel, begann der Zweite Weltkrieg. Millionen Menschen wurden in einen Krieg getrieben, der aus den Widersprüchen des imperialistischen Systems hervorgegangen war. Heute, 87 Jahre später, sind die Widersprüche des Kapitalismus erneut zugespitzt. Die Gefahr neuer großer Kriege ist real.
Der Krieg in der Ukraine dauert an. Gaza wurde zum Schauplatz eines Genozids und einer beispiellosen Zerstörung. Der Libanon ist wiederholt Ziel militärischer Angriffe geworden. Im Sudan tobt ein Krieg mit verheerenden Folgen für das Volk. Gleichzeitig verschärft sich die Konfrontation zwischen den USA und China, insbesondere im Pazifik. Auch in Lateinamerika nehmen die Spannungen zu.
Diese Konflikte erscheinen auf den ersten Blick verschieden. Doch ihnen liegen gemeinsame Gesetzmäßigkeiten zugrunde: die Konkurrenz der imperialistischen Mächte um Märkte, Rohstoffe, Handelswege, Kapitalanlagen und politische und militärische Einflusszonen.
Lenin bezeichnete den Imperialismus als das höchste Stadium des Kapitalismus. Die Konzentration des Kapitals und die Vorherrschaft der Monopole führen dazu, dass die großen kapitalistischen Staaten und ihre Konzerne immer stärker um die Aufteilung der Welt ringen. Wo die bestehende Aufteilung den Kräfteverhältnissen nicht mehr entspricht, entsteht der Drang nach einer Neuaufteilung.
Imperialistische Politik bedeutet deshalb nicht einfach die Politik „böser“ oder „guter“ Regierungen. Sie entspringt den materiellen Interessen der herrschenden Klasse. Diplomatie, Sanktionen, wirtschaftlichem Druck und, wenn es ihren Interessen entspricht, mit offener militärischer Gewalt sind die Spielarten, die Anwendung finden.
Der Krieg ist die Fortsetzung mit anderen Mitteln.
Die Arbeiterklasse darf sich dabei nicht hinter die Fahnen ihrer eigenen Bourgeoisie stellen. Uns gehört nichts von den Profiten, um die gekämpft wird. Uns gehören nicht die Banken, die Konzerne und die Rohstoffquellen. Uns gehören nicht die Handelswege und imperialistischen Einflusszonen. Warum also sollten wir für deren Erhalt oder Neuaufteilung kämpfen?
Die herrschende Klasse versucht dennoch, uns ihre Interessen als unsere eigenen zu verkaufen. Sie spricht von nationaler Sicherheit, Verteidigung unserer Werte und unserer Verantwortung. Die Arbeiterinnen und Arbeiter sowie Angestelleten sollen glauben, dass sie dieselben Interessen hätten wie jene, die von Rüstungsgeschäften und Kriegen profitieren.
Wenn die Kapitalistenklasse Milliarden für Rüstung verlangt, müssen wir fragen: Woher kommt dieses Geld? Wenn neue Panzer, Raketen und Kampfflugzeuge gekauft werden, fehlt dieses Geld an anderer Stelle. Wenn die Rüstungsausgaben steigen, wird gleichzeitig bei Gesundheit, Bildung, Wohnen, Pensionen und sozialer Sicherheit der Rotstift angesetzt.
Das ist kein Zufall. Die Kosten von Krisen werden auf die Arbeiterklasse abgewälzt, während nicht nur die Rüstungsindustrie Milliarden verdient. Wir erleben steigende Preise und sinkende Kaufkraft, während die großen Konzerne ihre Profite sichern. Wir sollen länger arbeiten, auf soziale Leistungen verzichten und uns mit Verschlechterungen zufriedengeben. Gleichzeitig werden Milliarden für die Kriegsvorbereitung bereitgestellt.
Die Aufrüstung ist Klassenpolitik.
Auch Österreich beteiligt sich an diesem Kurs. Das Bundesheer wird mit Milliarden aufgerüstet, neue Waffensysteme werden beschafft und die militärische Zusammenarbeit im Rahmen der EU wird verstärkt. Gleichzeitig wird die sogenannte „Geistige Landesverteidigung“ ausgebaut und versucht, das Volk ideologisch auf Militarisierung und Kriegsbereitschaft einzustimmen.
Dabei wird uns erzählt, Aufrüstung schaffe Sicherheit.
Doch mehr Waffen schaffen keine Sicherheit für die Arbeiterklasse. Sie schaffen vor allem neue Profite für die Rüstungsmonopole und erhöhen die Gefahr, dass Österreich immer tiefer in die militärischen Auseinandersetzungen der imperialistischen Mächte hineingezogen wird.
Die Verlängerung beziehungsweise Ausweitung militärischer Verpflichtungen und die Diskussion über eine stärkere Einbindung des Volks in die Kriegsvorbereitung zeigen, wohin die Reise gehen soll: Die Herrschenden brauchen nicht nur Waffen, sondern auch Menschen, die bereit sind, diese Waffen einzusetzen.
Wir sollen die Kosten bezahlen. Wir sollen verzichten. Und im Ernstfall sollen wir sterben.
Dazu sagt die PdA und ihre Jugendfront: Nein.
Die Partei der Arbeit Österreichs (PdA) und ihre Jugendfront betonen richtigerweise, die Arbeiterklasse darf sich nicht zum Werkzeug der imperialistischen Politik machen lassen. Der Gegner der Arbeiterklasse sitzt nicht auf der anderen Seite irgendeiner Staatsgrenze, sondern in der eigenen herrschenden Klasse. Arbeiterinnen und Arbeiter in Russland, der Ukraine, Österreich, den USA, China, Palästina und überall auf der Welt haben mehr gemeinsam miteinander als mit ihren jeweiligen Ausbeutern.
Keinen Cent für die Aufrüstung! Keine Menschen für ihre Kriege!
Der Kampf gegen den Krieg ist untrennbar mit dem Kampf gegen den Kapitalismus verbunden. Solange die Produktion nicht nach den Bedürfnissen der Menschen, sondern nach dem Profit organisiert ist, solange die Produktionsmittel in den Händen einer kleinen Klasse konzentriert sind und solange die großen Monopole um die Aufteilung der Welt ringen, werden die Ursachen imperialistischer Kriege bestehen bleiben.
Deshalb reicht es nicht, gegen einzelne Kriege zu protestieren und gleichzeitig die gesellschaftlichen Verhältnisse unangetastet zu lassen, die immer wieder neue Kriege hervorbringen.
Wer dauerhaften Frieden will, muss den Imperialismus bekämpfen. Wer den Imperialismus beseitigen will, muss den Kapitalismus überwinden.
Am 1. September ruft die Partei der Arbeit Österreichs gemeinsam mit der Jugendfront und in einigen Städten mit der Palästina Solidarität, der Palästina Initiative Tirol oder der Österreichisch Kubanischen Gesellschaft zu Kundgebungen auf. Sie erinnern an die Opfer der imperialistischen Kriege und stellen sich gegen die Kriegsvorbereitungen.
Sie sagen Nein zu Aufrüstung und Militarisierung. Nein zu Sozialabbau und Teuerung. Nein zur Unterordnung der Arbeiterklasse unter die Interessen der herrschenden Klasse. Nein dazu, als Kanonenfutter für fremde Profite und Machtinteressen herzuhalten.
Kundgebungen am 1. September 2026
Wien: 17.00 Uhr, Kardinal-Nagl-Platz
Linz: 18.00 Uhr, Martin-Luther-Platz
Salzburg: 18.00 Uhr, Ferdinand-Hanusch-Platz
Innsbruck: 18.30 Uhr, Kaiserschützenplatz





















































































