Ein Kommentar von Otto Bruckner, Vorsitzender der Partei der Arbeit Österreichs (PdA).
Eine Zeitung, die in Kärnten und der Steiermark zu den Marktführern zählt, bringt eine unbewiesene Behauptung auf: Der Vater des SPÖ-Vizekanzlers Andreas Babler sei bei einem Operationstermin in einem Wiener Krankenhaus bevorzugt worden. Dieses Blatt, die „Kleine Zeitung“ gehört ebenso wie „Die Presse“ (die heute eine Geschichte zur angeblich bevorstehenden Babler-Ablöse im Blatt hat) zur „Styria“-Gruppe, die wiederum dem „katholischen Preßverein“ der Erzdiozöse Graz gehört. Selbstredend griff die gesamte rechte Krawallpresse diese Geschichte auf, die FPÖ machte sofort eine parlamentarische Anfrage draus.
Andreas Babler selbst stellt in einem auf den sozialen Medien verbreiteten Video klar, dass sein Vater akuter Schmerzpatient ist und – ohne sein Zutun – aus diesem Grund einen OP-Termin (dem Vernehmen nach in vier Wochen) erhalten hat. Die Leitung des Krankenhauses dementiert jegliche Sonderbehandlung des Vaters von Babler. Dazu ist zu sagen: Der Vater des Vizekanzlers ist nicht irgendein Bonze, der sich mit Zusatzversicherung in einer Privatklinik operieren lassen kann. Er ist ein pensionierter Arbeiter, der sein Leben lang schwer gearbeitet und Krankenkassenbeiträge bezahlt hat. Es steht ihm die bestmögliche Behandlung im öffentlichen Gesundheitswesen zu, wie jedem anderen auch.
Aber wer geifert hier? Es sind jene Medien, die von der Reform der Presseförderung und des Inseratenunwesens der Regierung betroffen wären, die Babler in seiner Eigenschaft als Medienminister plant. Sie wären die finanziellen Verlierer, wenn er umsetzt, was er angekündigt hat, dass nämlich Qualitätskriterien entscheidend sein sollen. Viele dieser Medien gehören Millionären oder schwerreichen Institutionen wie eben der katholischen Kirche. Sie kampagnisieren seit geraumer Zeit gegen Babler, und würden ihn wohl gerne aus dem Amt jagen, bevor er noch in der Lage ist, auch nur ein Reförmchen zu ihren Ungusten umzusetzen. Ihre Panik ist wahrscheinlich ohnehin unbegründet, da ihre Lobbyisten in dieser Regierung dafür sorgen werden, dass die Zeitungszaren nicht zu sehr rasiert werden. Und dass die SPÖ in dieser Regierung nicht allzuviel umzusetzen vermag, hat sie ja schon hinlänglich bewiesen. Aber allein der Versuch reicht, um sich den Zorn der Zeitungsmillionäre zuzuziehen. Ebenso reicht es schon, über eine Vermögenssteuer auch nur zu reden, und schon bricht Panik aus. Dem „kleinen Mann“ redet man dann ein, ihm solle sein Sparbüchl oder gar sein Eigenheim weggenommen werden
Besonders tragisch ist, dass viele Menschen aus der Arbeiterklasse glauben, die Krawallblätter der Millionäre würden ihre Interessen vertreten. Ganz im Gegenteil: Die Leserschaft wird tagtäglich mit Hetze und Shit gefüttert, damit sie die tatsächlichen Widersprüche in der Gesellschaft nicht erkennt, nämlich die zwischen Kapital und Arbeit, zwischen jenen, die alle Werte schaffen, und jenen, die sich sich aneignen und dabei immer reicher werden.





















































































