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Zahl der Firmeninsolvenzen verdoppelt

Die Pleitewelle rollt. Zunehmend sind auch Arbeitsplätze gefährdet.

Wien. Die hohe Inflation und die Energiekrise hinterlassen in den aktuellen Insolvenzzahlen des Alpenländischen Kreditorenverbands (AKV) bereits ihre Spuren. Die Zahl der Firmeninsolvenzen hat sich in den ersten drei Quartalen 2022 mehr als verdoppelt, auch die Gesamtpassiva und die Zahl der gefährdeten Arbeitsplätze nehmen weiter zu. Darüber hinaus werden immer mehr Verfahren abgewiesen, weil nicht mehr genug Kapital zur Kostendeckung des Verfahrens im Betrieb verfügbar ist.

Von den neu eröffneten Insolvenzen wurden rund zwei Drittel über Gläubigeranträge eröffnet. „Zuletzt hat die Bereitschaft abgenommen, dass Unternehmer selbst ihre Zahlungsunfähigkeit eingestehen“, schreibt der AKV. Das führe zu einer größeren Zahl an Verletzungen der Insolvenzantragspflichten und einer Verringerung der Insolvenzmassen.

Das zeige sich auch in der Zahl der abgewiesenen Insolvenzverfahren, die sich von 614 auf 1.582 mehr als verdoppelt hat. „Dies dokumentiert, dass während der Pandemie zahlreiche Unternehmen trotz bereits vorliegender Vermögenslosigkeit die staatlichen Stundungen in Anspruch genommen haben und daher erst jetzt in den Verfahrenszahlen ihren Niederschlag finden“, so der Verband.

Die steigende Zahl an Pleiten gefährdet auch zunehmend mehr Arbeitsplätze. Für das erste bis dritte Quartal 2022 zählt der AKV 7.207 gefährdete Stellen, in der Vorjahresperiode waren es 4.530. Angewachsen sind auch die Passiva aller eröffneten Firmeninsolvenzen. Sie liegen nach neun Monaten bei rund 1,6 Mrd. Euro, nach knapp 1,1 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum.

Quelle: msn

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