Im ersten Halbjahr 2026 verdienten Österreichs Kreditinstitute so viel wie noch nie zuvor.
Nach sechs Monaten standen insgesamt rund neun Milliarden Euro Gewinn zu Buche. Zum Vergleich: Im gesamten Vorjahr waren es 11,5 Milliarden Euro. Die Raiffeisen Bank International präsentierte am Dienstag ihre Ergebnisse für die ersten drei Quartale. Ihr Gewinn stieg um zehn Prozent auf 1,13 Milliarden Euro.
Laut Wirtschaftskammer stammen rund 40 Prozent der Gewinne aus Zentral- und Osteuropa – einer Region, die für das österreichische Finanzkapital seit Langem von großer Bedeutung ist. Zuletzt stieg die Erste Group durch eine milliardenschwere Übernahme zur drittgrößten Bank Polens auf.
Die Gründe für die Rekordgewinne sind vielfältig. Einerseits können Banken Gelder zum Einlagensatz der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,5 Prozent risikolos bei der nationalen Notenbank anlegen. Andererseits wurden die Zinserhöhungen der EZB bei Krediten zeitnah an die Kundschaft weitergegeben, während die Einlagezinsen nur sehr schleppend angehoben wurden.
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) fordert angesichts der Rekordgewinne eine Erhöhung der Bankenabgabe. „Bei rund 27 Milliarden Euro an Übergewinnen seit 2022 ist es daher mehr als gerechtfertigt, die Bankenabgabe zu erhöhen“, erklärt ÖGB-Ökonom Mattias Muckenhuber.
Konkret fordert die Gewerkschaft eine Verdoppelung des derzeit vorgesehenen Betrags von 500 Millionen auf eine Milliarde Euro. Die zusätzlichen Mittel sollen zweckgebunden in die Gesundheitsversorgung fließen. Tatsächlich ist jedoch vorgesehen, die Abgabe 2029 auf 290 Millionen Euro zu senken und ab 2030 wieder auf das reguläre Niveau von etwa 150 Millionen Euro zurückzuführen.
Quelle: Der Standard






















































































