Das Geschäftsmodell des US-Internetgiganten Google folgt einer simplen Logik: Wer den Markt kontrolliert, macht die Regeln – und wer die Regeln bricht, zahlt die Strafe einfach aus der Portokasse. Jüngst hat ein schwedisches Gericht das Monopol Google zur Zahlung von rund 1,3 Milliarden Euro Schadensersatz an das Preisvergleichsportal PriceRunner verurteilt. Der Vorwurf: Google habe über Jahre hinweg seinen eigenen Preisvergleichsdienst unrechtmäßig bevorzugt und damit den Wettbewerb manipuliert.
Dieses Urteil ist nicht das erste dieser Art gegen das Big Tech Monopol. Bereits 2017 verhängte die EU-Kommission eine Rekordstrafe von 2,4 Milliarden Euro, weil Google alternative Preisvergleiche in seinen Suchergebnissen systematisch nach unten drückte. Dass der Konzern dennoch munter weiter macht, liegt an seiner Macht. Während die Justiz Jahre braucht, um Verstöße aufzuarbeiten, zementiert Google seine Monopolstellung und fährt Gewinne ein, die jede Strafe zur Bedeutungslosigkeit schrumpfen lassen.
Ein Blick in die aktuellen Geschäftszahlen der Muttergesellschaft Alphabet verdeutlicht den Wahnsinn: Allein im ersten Quartal 2026 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von knapp 110 Milliarden US-Dollar, während der Gewinn auf fast 40 Milliarden Dollar anschwoll. Das Cloud-Geschäft boomt mit einem Rekordwachstum von 63 Prozent, und der Auftragsbestand in diesem Bereich hat sich binnen drei Monaten auf 460 Milliarden Dollar nahezu verdoppelt. Für Infrastruktur und Rechenzentren plant Google allein für das Jahr 2026 Investitionen in Höhe von 180 bis 190 Milliarden Dollar.
In einer Welt, in der einzelne Konzerne über solche finanziellen Mittel verfügen, wirken gerichtliche Bußgelder nicht mehr abschreckend, sondern wie eine einkalkulierte „Betriebsgebühr“ für den Fortbestand des Monopols. Der Expansionsdrang hat auch verheerende ökologische Folgen, dass zeigt sich nicht zuletzt an den massiven Ressourcenverbräuchen der Giganten, über deren Problematik wir bereits im Zusammenhang mit dem geplanten Google-Rechenzentrum in Kronsdorf ausführlich berichtet haben.
Der Tech-Gigant setzt sich über juristische und ökologische Grenzen hinweg und fährt munter Rekodprofite ein.
Quelle: ORF/Der Standard





















































































