Sinkende Spenden und Kürzungen bei der Auslandshilfe setzen das UNHCR unter Druck. Trotz wachsender Flüchtlingszahlen sieht sich die Organisation zu Reformen und weiterem Personalabbau gezwungen.
Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) steht vor weiteren Einschnitten. Wie aus einem Schreiben von Hochkommissar Barham Salih an die Mitgliedstaaten hervorgeht, rechnet die Organisation im Jahr 2026 nur noch mit verfügbaren Mitteln von etwas mehr als drei Milliarden US-Dollar. Das wäre ein Rückgang von rund 15 Prozent gegenüber 2025.
Bereits im vergangenen Jahr hatte das UNHCR tausende Stellen gestrichen. Nun kündigte die Organisation weitere Maßnahmen an. Salih erklärte in dem Schreiben, angesichts der finanziellen Lage gebe es „keine andere Wahl“.
Die Entwicklung trifft das Hilfswerk in einer Phase wachsender globaler Krisen. Weltweit steigt die Zahl der Menschen, die durch Kriege und Verfolgung zur Flucht gezwungen werden. Nach Angaben der Organisation gingen die verfügbaren Mittel 2025 im Vergleich zum Vorjahr um etwa 30 Prozent zurück. Hintergrund sind sinkende Beiträge wichtiger Geberländer, darunter die USA. Zudem hätten einige Staaten Gelder verstärkt in Verteidigungsausgaben umgeleitet.
In seinem Schreiben warnte Salih auch vor strukturellen Problemen innerhalb der Organisation. Es gebe mehr internationale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als verfügbare Stellen. Dadurch befänden sich hunderte Beschäftigte zwischen zwei Positionen, würden aber weiterhin bezahlt. Mitarbeiter, die bis Ende September keine neue Stelle finden, müssten mit der Kündigung ihrer Verträge rechnen.
Die finanzielle Belastung durch diese Situation schätzt das UNHCR für den Zeitraum von 2026 bis 2028 auf rund 185 Millionen US-Dollar.
Auch andere UN-Organisationen kämpfen derzeit mit Finanzproblemen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte zuletzt angekündigt, ihre Belegschaft bis Mitte des Jahres um fast ein Viertel beziehungsweise mehr als 2.000 Stellen zu reduzieren. Grund dafür war die angekündigte Abkehr der USA als wichtigstem Geldgeber. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte inzwischen jedoch, dass sich die finanzielle Situation stabilisiert habe.
Der UNHCR-Hochkommissar appellierte zugleich an die Geberländer, flexiblere Finanzierungsmodelle zu ermöglichen. Besonders problematisch sei der steigende Anteil zweckgebundener Spenden. Deren Anteil an den Einnahmen habe sich innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppelt und könnte 2026 erstmals über die Hälfte aller Mittel ausmachen.
Quelle: Reuters

















































































