Die Sudetendeutsche Landsmannschaft plant zu Pfingsten ein Treffen in Brünn. Dort regt sich Widerstand dagegen. Die Kommunistische Partei Böhmens und Mährens ruft zu einer Protestkundgebung auf.
Prag/Brünn. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft wurde nach dem Zweiten Weltkrieg auf Initiative einer Gruppe ehemaliger Anhänger des faschistischen Sudetenpolitikers Konrad Henlein und ehemaliger NSDAP-Funktionäre gegründet und hat die Ergebnisse der Niederlage des deutschen Nationalsozialismus und der Nachkriegsordnung infrage gestellt. Die Sudetenkrise von 1938 wurde durch die Forderungen des nationalsozialistischen Deutschlands ausgelöst, dass das Sudetenland, ein Teil der Tschechoslowakei, an sie angegliedert werden sollte, was nach dem späteren Münchner Abkommen geschah. Diese Organisation, die in Bayern aufs Engste mit der dortigen Staatspartei CSU verbunden ist, gibt es auch in Österreich.
Die Vertreibung der Deutschen aus der damaligen Tschechoslowakei erfolgte, nachdem diese sich sieben Jahre lang als „deutsche Herrenmenschen“ gegenüber Tschechen und Slowaken benommen, und eifrigste Mittäter in Hitlers Terrorapparat waren.
Nun wollen sie zu Pfingsten, vom 22.–25. Mai ein Treffen in der tschechischen Stadt Brünn (Brno) abhalten. Reinhard Lauterbach schreibt dazu in der Jungen Welt: „Dass das in Tschechien keine Begeisterung ausgelöst hat, ist mehr als verständlich. Auch wenn der tschechische Außenminister Petr Macinka gegenüber der FAZ erklärte, der Großteil der heute lebenden Tschechen interessiere sich für das sudetendeutsche Thema nicht mehr – der Großteil der heute lebenden Deutschen übrigens vermutlich ebenso wenig –, bleibt das organisierte Auftreten der Berufsvertriebenen im Herkunftsland ihrer Vorfahren zumindest eine Aufdringlichkeit. Wenn sie sich wirklich mit Tschechien versöhnen wollen, steht ihnen frei, nach Tschechien zu reisen und beim örtlichen Bier ihrer Großeltern zu gedenken. Gern auch mit einem gehörigen Schuss innerfamiliärer Selbstkritik, damals auf ein falsches Pferd gesetzt und verloren zu haben. Statt dessen fühlen sich ausgerechnet die Nachfahren derer, die 1938 in den Straßen des Sudetenlandes massenhaft die Arme hochgerissen haben, zu Fürsprechern der »Aussöhnung« mit den Tschechen berufen. Grotesk. Das Beste, was die Landsmannschaft für die Versöhnung zwischen Deutschen und Tschechen tun könnte, wäre die Selbstauflösung“.
Die Kommunistische Partei Böhmens und Mährens (KSČM) ruft die Bürger der Tschechischen Republik dazu auf, „ihren entschiedenen Widerstand gegen den bevorstehenden Kongress der Sudetendeutschen Landsmannschaft zu äußern, der vom 22. bis 25. Mai 2026 in Brünn stattfinden soll. Die Kommunisten, zusammen mit vielen anderen, betrachten die Organisation dieses Ereignisses in der Tschechischen Republik als völlig inakzeptable Provokation gegen unsere Republik und ihre Bürger“.
Die Kommunistische Partei von Böhmen und Mähren ruft „alle Patrioten und Antifaschisten dazu auf, Proteste gegen die Durchführung von Landsmannschaftsveranstaltungen auf dem Gebiet unseres Staates zu unterstützen. Diese werden in einer Protestkundgebung gipfeln, die am Sonntag, den 24. Mai 2026, ab 14 Uhr auf dem Dominikánské-Platz in Brünn stattfinden wird. Lasst uns gemeinsam unseren klaren Widerstand gegen die Sudetendeutsche Landsmannschaft und ihre schockierenden Provokationen äußern!“
Quellen: ICP/Junge Welt


















































































