Die USA setzten ihre völkerrechtswidrigen Angriffe auf den Iran fort. Teheran reagierte mit Angriffen auf US-Stützpunkte in den Golfstaaten und in Syrien und weitete damit seine Vergeltungsmaßnahmen aus. Zudem griff der Iran zwei Tanker in der Straße von Hormus an, die zum Zentrum der heftigen Auseinandersetzungen geworden ist. Die Waffenruhe ist Geschichte.
Teheran. Nach Angaben des US Central Command (CENTCOM) richteten sich die jüngsten Angriffe gegen militärische Einrichtungen und Infrastruktur des Iran. „Wir haben sie heute Abend wieder sehr hart getroffen“, sagte US-Präsident Donald Trump. Er erklärte, die Bombardierungen seien durchgeführt worden, um jene US-amerikanischen Soldaten zu „ehren“, die in den vergangenen Tagen bei iranischen Vergeltungsangriffen im Nahen Osten getötet worden seien. Die Angriffe auf die US-Stützpunkte in der Region haben auch erneut die Erzählung widerlegt, dass diese den Ländern, die sie beherbergen, Sicherheit bieten würden.
Die Verluste des US-Militärs sind in den vergangenen Tagen gestiegen. Nach Angaben von CENTCOM wurden bei iranischen Angriffen mehrere US-Soldaten getötet oder verletzt, ein weiterer wird weiterhin vermisst. Der Iran griff mehrere US-Stützpunkte in Bahrain und Kuwait sowie ein Kommandozentrum in Syrien an. Die Islamischen Revolutionsgarden bezeichneten dies als Vergeltungsmaßnahme für die Tötung iranischer Soldaten. Am Montag wurden außerdem in Akaba, Jordanien, stationierte US-Militärflugzeuge mit ballistischen Raketen attackiert
Straße von Hormus umkämpft
Der Iran bekräftigte, die Kontrolle über die strategisch und ökonomisch wichtige Straße von Hormus nicht aufgeben zu wollen. Nach Angaben iranischer Staatsmedien griffen iranische Streitkräfte zwei Tanker an, die versucht hätten, die Meerenge auf „unerlaubte“ Weise zu durchqueren. Seeleute geraten zunehmend ins Visier der imperialistischen Blöcke, deren Widersprüche sich zuspitzen.
So wurden etwa innerhalb von weniger als zwei Tagen mindestens vier Angriffe auf griechische Tanker im Schwarzen Meer und in der Straße von Hormus registriert. Die Reedereien, wovon einige am blutigen Krieg im Nahen Osten (und jenem in der Ukraine) sogar mitverdienen, schicken die Seeleute aus Profitgier in diese extrem gefährliche Zonen.
Die Huthis im Jemen haben unterdessen eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien verhängt und eine Generalmobilmachung „gegen den saudischen Feind“ angekündigt. Nach ihren Angaben ist dies eine Vergeltungsmaßnahme für die Angriffe saudischer Streitkräfte auf den Flughafen von Sanaa in der vergangenen Woche, mit denen die Landung eines iranischen Flugzeugs in der jemenitischen Hauptstadt verhindert werden sollte.
Die mit dem Iran verbündeten Huthis könnten zudem die Meerenge Bab al-Mandab im Roten Meer schließen, einer weiteren wichtigen Schifffahrtsroute des Welthandels, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet. Berichten zufolge hat Teheran sie aufgefordert, sich auf einen solchen Schritt vorzubereiten, falls die USA ihre Angriffe auf die iranische Energie- und politische Infrastruktur weiter eskalieren.
Waffenruhe offiziell aufgehoben
Die Waffenruhe, die am 17. Juni von Präsident Trump und seinem iranischen Amtskollegen Massud Peseschkian im sogenannten Islamabad-Memorandum vereinbart worden war, wurde faktisch nie vollständig umgesetzt. Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums kamen seit dem 27. Juni bei US-Luftangriffen 50 Menschen ums Leben, mehr als 500 weitere wurden verletzt. Unter den Todesopfern befänden sich fünf Frauen und zwei Kinder. Dem Ministerium zufolge mussten bislang 28 Operationen durchgeführt werden. 460 Verletzte konnten die Krankenhäuser inzwischen verlassen, während sich 37 Menschen weiterhin in stationärer Behandlung befinden.
Kasem Gharibabadi, einer der stellvertretenden Außenminister des Iran, hat am Sonntagabend bestätigt, dass der Iran seine Verpflichtungen aus dem Islamabad-Memorandum wegen des Bruchs der Waffenruhe durch die USA und deren schwerwiegenden Verstößen gegen diese Vereinbarung suspendiert habe. Die Waffenruhe ist damit endgültig Geschichte.
Quellen: 902.gr/902.gr/Junge Welt


















































































