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Wiener Fiakerpferd verendet in Simmering

Wieder ist es in Wien zu einem Todesfall unter den Fiakerpferden gekommen. Es ist höchste Zeit, städtische Kutschenfahrten endlich zu verbieten.

Wien. Am Mittwochvormittag ist wieder einmal ein Wiener Fiakerpferd auf der Straße zusammengebrochen und verendet. Diesmal geschah dies fern der Innenstadt, nämlich in der Simmeringer Rinnböckstraße, da die Kutsche erst auf dem Weg von den Stallungen am Stadtrand zu den Stellplätzen in der City war.

Das Tier ist unterwegs schlicht und ergreifend plötzlich umgefallen und tat wenige Sekunden später seinen letzten Atemzug. Das Veterinäramt der Gemeinde Wien (MA 60) geht von einem „plötzlichen Herztod“ aus, der „leider immer passieren“ kann, heißt es. Vorerkrankungen seien bei früheren Untersuchungen jedenfalls keine festgestellt worden. Der Fall ist damit behördlicherseits abgeschlossen, weitere Ermittlungen seien nicht nötig.

Tatsächlich muss man nicht davon ausgehen, dass das verstorbene Tier seitens des Eigentümers oder des Kutschers schlecht versorgt oder misshandelt worden wäre. Allerdings ist der gesamte Fiakerbetrieb in Wien ein absurder Anachronismus, der dem Tierwohl gewiss nicht zuträglich ist. Es ist offensichtlich, dass Pferde nicht in die Betonschluchten und die Verkehrshölle der Wiener Innenstadt gehören. Die Wiener Fiakerpferde, die in Paaren rund eine Tonne Gewicht ziehen müssen, leiden häufiger unter Stress, Lärm, Atemnot, Überhitzung und Überanstrengung. Immer wieder kommt es zu Zusammenbrüchen, Unfällen und Todesfällen.

Es wäre höchst angebracht, quälende und gefährliche Kutschenfahrten durch die Stadt endlich zu unterbinden. Eine vermeintliche Tradition – gar ein angebliches „Kulturerbe“ – und der Tourismus rechtfertigen es keinesfalls, dass im 21. Jahrhundert Pferde auf derartige Weise eingesetzt und angetrieben werden, bis sie tot umfallen. Die politisch verantwortliche Wiener SPÖ muss reagieren: Pferde raus aus der Stadt, Fiakerfahrten abschaffen!

Quelle: Der Standard

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