Nach der Beschwerde eines weiblichen Fahrgasts hat das Mailänder Verkehrsunternehmen ATM eine interne Untersuchung eingeleitet. Im Mittelpunkt stehen Vorwürfe, wonach Mitarbeiter Bilder aus den Überwachungskameras von Straßenbahnen in einem WhatsApp-Chat geteilt und mit sexistischen Kommentaren versehen haben sollen.
Mailand. Das Verkehrsunternehmen Azienda Trasporti Milanesi (ATM) hat eine interne Untersuchung wegen des mutmaßlichen Missbrauchs von Aufnahmen aus den Überwachungskameras seiner Fahrzeuge eingeleitet. Anlass war die Meldung einer Passagierin, die nach eigenen Angaben beobachtet haben will, wie ein Mitarbeiter während einer Pause Bilder in einer WhatsApp-Gruppe austauschte.
Der Fall wurde zunächst von der Aktivistin und Schriftstellerin Carlotta Vagnoli in ihrem Newsletter veröffentlicht und später von Influencerinnen in den sozialen Medien sowie von italienischen Medien aufgegriffen. Den Vorwürfen zufolge sollen in einer Chatgruppe mit dem Namen Staff Ticinese Standbilder aus den Videoüberwachungssystemen von Straßenbahnen geteilt worden sein. Die Aufnahmen hätten Frauen gezeigt und seien mit sexistischen sowie obszönen Kommentaren versehen worden.
Nach der Schilderung der Zeugin handelte es sich bei den Bildern um Ausschnitte aus den Sicherheitskameras der Fahrzeuge, die eigentlich dem Schutz von Fahrpersonal und Fahrgästen dienen. Statt technischer oder sicherheitsrelevanter Inhalte seien dort unter anderem Beine, Gesichter, Brüste und Oberschenkel ahnungsloser Frauen thematisiert worden.
Die Passagierin meldete den Vorfall an ATM. Auch Carlotta Vagnoli wandte sich an das Unternehmen. Nach ihren Angaben reagierte ATM innerhalb weniger Stunden auf die Hinweise. In einer offiziellen Stellungnahme erklärte das Unternehmen, man arbeite mit größter Sorgfalt daran, den Sachverhalt vollständig aufzuklären. Zudem werde überprüft, ob die betrieblichen Systeme ordnungsgemäß genutzt wurden. ATM betonte, Respekt sei ein grundlegender und nicht verhandelbarer Wert des Unternehmens. Sollte es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein, werde man entsprechende Maßnahmen ergreifen.
Die interne Untersuchung dauert an. Der Fall wirft aber auch außerhalb Italiens Fragen der Privacy auf. Kameras, die überall installiert werden mit dem Vorwand des Schutzes und der möglichen Aufnahme von kriminellen Aktivitäten, schlagen schnell ins Gegenteil um, wenn jeder x‑beliebige Mitarbeiter oder Mitarbeiterin darauf ohne Weiteres Zugriff erlangen kann.
Quelle: ANSA


















































































