Eisenstadt. Ein außergewöhnlicher Fund beschäftigt derzeit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Naturhistorischen Museums Wien. In der burgenländischen Gemeinde Zagersdorf im Bezirk Eisenstadt-Umgebung hat Anfang Jänner offenbar ein Meteorit die Pergola eines Einfamilienhauses durchschlagen. Verletzt wurde dabei niemand.
Auf den Vorfall aufmerksam wurde die Familie Ivancsics erst Monate später. Anfang Juni entdeckte Gerlinde Ivancsics ein großes Loch in der Pergola ihres Hauses. Neben der Beschädigung fand sich ein ungewöhnlicher schwarzer Stein, der den Verdacht aufkommen ließ, dass es sich um ein Objekt aus dem All handeln könnte.
Ihr Sohn Martin Ivancsics veranlasste daraufhin eine Untersuchung des Fundstücks. Über Kontakte zu Fachleuten gelangte die Probe schließlich an Spezialistinnen und Spezialisten des Naturhistorischen Museums Wien.
Bereits Anfang Jänner war südlich von Wien und westlich von Eisenstadt ein heller Feuerball am Himmel beobachtet worden. Nach ersten Einschätzungen könnte der Fund aus Zagersdorf mit diesem Ereignis in Zusammenhang stehen. Für die Expertinnen und Experten des Naturhistorischen Museums deuteten die ersten Untersuchungen rasch darauf hin, dass das Gestein aus dem Asteroidengürtel zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter stammen könnte.
Derzeit wird jedoch noch geprüft, ob sich der Fund eindeutig dem beobachteten Fallereignis zuordnen lässt. Für die offizielle Anerkennung eines Meteoritenfalls ist neben dem Fundstück selbst auch eine dokumentierte Beobachtung des Eintritts in die Erdatmosphäre erforderlich.
Die endgültige wissenschaftliche Analyse wird derzeit in Dresden durchgeführt. Erst nach Abschluss dieser Untersuchungen kann bestätigt werden, ob es sich tatsächlich um einen offiziell klassifizierten Meteoriten handelt. Sollte sich der Zusammenhang mit dem Feuerball vom Jänner bestätigen, wäre es der erste offiziell anerkannte Meteorit aus dem Burgenland.
Meteoritenfunde sind in Österreich vergleichsweise selten. Der älteste bekannte Fund auf dem heutigen Staatsgebiet stammt aus den 1760er Jahren. Bislang wurden österreichweit zehn Meteoriten offiziell klassifiziert. Einen historischen Bezug zum Burgenland gibt es dennoch: Im Jahr 1905 wurde in Kroatisch Minihof ein Meteorit gefunden. Das Gebiet gehörte damals allerdings noch zum Königreich Ungarn.
Ob Zagersdorf nun tatsächlich als erster offizieller burgenländischer Meteoritenfall in die wissenschaftlichen Aufzeichnungen eingehen wird, soll die laufende Untersuchung klären.
Quelle: ORF


















































































