Wien/Salzburg/Linz/Innsbruch. Am gestrigen 1. September 2026 begingen die Partei der Arbeit Österreichs (PdA) und die Jugendfront in mehreren Städten Österreichs den Weltfriedenstag und Antikriegstag. Der 1. September erinnert an den Überfall des faschistischen Deutschlands auf Polen im Jahr 1939 und damit an den Beginn des Zweiten Weltkriegs in Europa. Es erinnert an Zerstörung, Vernichtung, Faschismus, Besatzung, Hunger, Vertreibung und an Millionen Tote. Es erinnert aber auch daran, wohin Imperialismus, Militarismus und kapitalistische Konkurrenz führen, wenn ihnen keine organisierte, revolutionäre Kraft der Arbeiterklasse entgegengesetzt wird.
Der Weltfriedenstag ist kein Tag für leere Friedensfloskeln und er ist kein Ritual für Sonntagsreden von Politikern, die am nächsten Tag wieder Aufrüstung beschließen. Er ist ein Kampftag gegen Krieg, gegen Militarisierung, gegen imperialistische Bündnispolitik und gegen jene kapitalistische Ordnung, die Kriege immer wieder hervorbringt.



Wie bereits in den vergangenen Jahren zum 1. September versammelten sich PdA und Jugendfront am Kardinal-Nagl-Platz in Wien. Neben dem Gedenken an den Überfall Nazideutschlands auf Polen am 1. September 1939 standen vor allem die gegenwärtigen Kriege und die zunehmende internationale Kriegsgefahr im Mittelpunkt.
Nachdem die Kundgebung mit dem Lied „Frieden“ der Austropop-Legende Georg Danzer eröffnet wurde, hielt Moritz Pamminger, Vorsitzender der Jugendfront, die erste Rede. Er thematisierte die aktuell stattfindende milliardenschwere Aufrüstung sowie die von der Regierung geplante Reform von Wehr- und Zivildienst. Er stellte klar, dass beides lediglich den Interessen des Monopolkapitals dient und es letztlich die Jugend und die arbeitende Bevölkerung sind, die für diese Politik den Preis zahlen sollen. Dem erteile die Jugendfront eine klare Absage: „Wir werden nicht zum Kanonenfutter der Kapitalisten. Wir kämpfen nicht für sie gegen unsere Klassenbrüder und ‑schwestern aus anderen Ländern!“
Danach folgte der Redebeitrag der Partei der Arbeit. In seiner Rede ging Markus Zeyringer unter anderem auf die Kriege in der Ukraine, im Sudan, in Gaza und im Iran, den anhaltenden Druck auf Kuba und Venezuela sowie die weltweite Aufrüstung ein. Einen besonderen Schwerpunkt bildete die Rolle Österreichs: die Aufrüstung des Bundesheeres, die fortschreitende Aushöhlung der Neutralität und die Beteiligung österreichischer Unternehmen an internationalen militärischen Lieferketten.
Zeyringer betonte, dass die Arbeiterklasse in den Kriegen der Herrschenden nichts zu gewinnen habe und dem imperialistischen Kriegskurs eine organisierte Gegenmacht entgegengesetzt werden müsse. Diese könne nur durch Organisierung und gemeinsamen Widerstand in Betrieben, Schulen, Universitäten und Wohnvierteln entstehen.
Im Verlauf der Kundgebung kamen Mitglieder von PdA und Jugendfront zudem mit mehreren Passantinnen und Passanten ins Gespräch und diskutierten über Krieg, Aufrüstung und die Notwendigkeit einer klassenorientierten Friedensbewegung.



In Salzburg organisierten die PdA und ihre Jugendfront eine Kundgebung am Ferdinand-Hanusch-Platz, an der sich auch die Österreichisch-Kubanische Gesellschaft (ÖKG) beteiligte. Die Verstrickungen Österreichs in die militarisierten Strukturen der EU und die Annäherung an die NATO wurden in der Vergangenheit auch in Salzburg mehrmals spürbar. Im März 2024 musste ein Militärtransporter der US-Armee bei der Autobahnunterführung Salzburg Liefering einen unfreiwilligen Stopp einlegen, da er in die O‑Bus Oberleitung geriet. Der LKW war mit Munition beladen und befand sich auf dem Weg zu einer Übung der NATO.
Dabei handelt es sich um keinen Einzelfall: Regelmäßig wird auf Österreichs Straßen und Schienen Kriegsgerät zu Kriegsschauplätzen auf der ganzen Welt transportiert. Auch der österreichische Luftraum wird dafür missbraucht. Im April überflogen Militärmaschinen der USA im Zuge des imperialistischen Angriffs auf den Iran Österreich. Aufgrund des öffentlichen Drucks behauptete die Bunderegierung anfangs, Anfragen für Überflüge im Zusammenhang mit dem Krieg abzulehnen. Bereits wenig später stellte sich jedoch heraus, dass Jets der US-Luftwaffe den Luftraum überquerten. Der billige Trick dabei: Die Flieger gaben als Ziel den NATO Stützpunkt Chania in Griechenland an, von wo sie später in den Iran weiterflogen. Dadurch konnten die österreichischen Behörden behaupten, die Maschinen würden gar nicht in den Iran fliegen.
Ein weiteres Beispiel für die aktuelle Aufrüstungs- und Militarisierungskampagne findet sich in der Schwarzenberg-Kaserne in Wals-Siezenheim bei Salzburg. Hier wird im Rahmen des militärischen Aufbauplans 2032+ ein 2,5 Milliarden Euro teures Drohnenabwehr-Zentrum in Salzburg gebaut. Durch die Stationierung von Kurz- und Mittelstreckensystemen wird der Standort außerdem Teil des NATO- „Sky Shields“ sein. Dabei handelt es sich um eine Militärinitiative, die engstens mit der NATO verknüpft ist. Die österreichische Beteiligung darin steht in einem direkten Widerspruch zur Neutralität und stellt einen weiteren Versuch dar, das Land durch die Hintertür der NATO anzuschließen.
Die Schwarzenberg-Kaserne wurde im Juli zu einem weiteren Sinnbild der Kriegshysterie von Österreichs Herrschenden. Medienwirksam verkündete die Bundesregierung dort bei der Sommersitzung des Ministerrates die Verlängerung des Grundwehrdienstes. Mit der „Wehrdienst-Garantie“ soll der Zivildienst im Fall einer sinkenden Anzahl an Grundwehrdienern durch eine Verlängerung von zwei weiteren Monaten unattraktiver gemacht werden. Dieser Maßnahme offenbart erneut, dass es die Regierenden ernst meinen: Militarisierung und Aufrüstung werden weiter vorangetrieben.



Auch in Linz beteiligten sich PdA und Jugendfront am Antikriegstag. Am Martin-Luther-Platz eröffnete William Kleekamp für die Jugendfront die Kundgebung. „Wohin man blickt, gibt es Krieg und bewaffnete Auseinandersetzungen. Deswegen sind wir heute hier!“, erklärte er und ging insbesondere auf die Folgen von Krieg, Aufrüstung und Militarisierung für Jugendliche und junge Erwachsene ein. „Gerade deswegen ist es für uns als Jugendfront besonders wichtig, ein klares Zeichen für Frieden zu setzen“, so Kleekamp.
Anschließend sprach Raffael Schöberl, Sprecher der PdA in Oberösterreich, über die zunehmende Aufrüstung, die imperialistische Konkurrenz und die sozialen Folgen der Kriegspolitik. „Krieg fällt nicht vom Himmel. Er wächst aus einer Ordnung, in der Profit, Konkurrenz und Macht über den Bedürfnissen der Menschen stehen“, betonte Schöberl.
Scharfe Kritik übte er am Genozid in Gaza und am fortgesetzten Töten trotz Waffenstillstands, an der Besatzungs- und Vertreibungspolitik im Westjordanland sowie am jahrzehntelangen Wirtschaftskrieg der USA gegen Kuba. Auch die österreichische Aufrüstungspolitik nahm Schöberl ins Visier: „Für Raketen und Rüstung ist Geld da – für Krankenhäuser, Schulen und soziale Sicherheit angeblich nicht.“ Zugleich stellte er den proletarischen Internationalismus in den Mittelpunkt und betonte, dass die Gegner der Arbeiterklasse nicht die Arbeiterinnen und Arbeiter anderer Länder seien.
Während der Kundgebung konnten zahlreiche Flugblätter und Ausgaben der Zeitung der Arbeit verteilt sowie viele Gespräche mit Passantinnen und Passanten geführt werden. Dabei gab es zahlreiche positive Rückmeldungen und Zustimmung zu den antimilitaristischen und antiimperialistischen Positionen.



In Innsbruck organisierte die Partei der Arbeit die Kundgebung gemeinsam mit der Palästina Initiative Tirol und der Jugendfront. Eröffnet wurde Kundgebung für Frieden und Neutralität mit einer Rede der Jugendfront. Jakob Gallo ging in seiner Rede auf die Konsequenzen für die Jugend ein, die Aufrüstung, Ausweitung der Wehrpflicht und zunehmender Kriegspropaganda auch in Österreich haben. Deutlich machte er die Ablehnung der Ausweitung der Wehrpflicht. Gallo forderte Milliarden für Schulen und Universitäten, für die Zukunft der Jugend statt Milliarden für Aufrüstung.
Die Palästina Initiative Tirol ging in ihrer Rede auf das fortgesetzte Morden Israels im Gazastreifen und die israelische Besatzungspolitik auf der Westbank ein. Abschließend rief er zur Beteiligung an der Demonstration „Stop war and genocide in westasia“ am 19. September in Innsbruck auf. Im Anschluss würden Auszüge aus dem Gedicht „Höre Israel!“ von Erich Fried vorgetragen. Fried selbst jüdischer Herkunft fordert Israel darin auf seine Besatzungs- und Vertreibung Politik gegenüber den Palästinenserinnen und Palästinensern zu beenden.
Den Abschluss bildete die Rede von Lukas Haslwanter, stellvertretender Vorsitzender der PdA. Haslwanter erklärte Eingangs, dass der Imperialismus nicht alleine aggressive Außenpolitik sondern das höchste und letzte Stadium des Kapitalismus ist. Es ist die Zeit der Monopole und deren ringen um die Neuaufstellung der Welt, bringt immer neue Kriege und Krisen hervor. Abschließend betonte Haslwanter: „Wir sind gegen ihre Kriege und ihren Frieden, die den Völkern nur Ausbeutung und Verderben bringen. Dauerhaften Frieden kann es nur geben, wenn die Diktatur der Monopole gestürzt wird und die Diktatur des Proletariats errichtet wird, wenn eine Welt, in der die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen überwunden ist, aufgebaut wird. Nur im Sozialismus und Kommunismus, in denen die Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse an oberster Stelle stehen, fehlen die Gründe für immer neue Kriege und Krisen.“




















































































