Wien. Für Jugendliche wird die Suche nach einer Lehrstelle immer schwieriger. Rund 5.000 beim AMS gemeldeten Lehrstellensuchenden stehen in Wien derzeit nur rund 500 offene Lehrstellen gegenüber. Das erklärte Andreas Kuen vom AMS gegenüber „Wien heute“. Das AMS fordert deshalb mehr Lehrplätze in den Betrieben.
An der Polytechnischen und Fachmittelschule Maiselgasse werden Jugendliche gezielt auf den Berufseinstieg vorbereitet. Jugendcoaches unterstützen sie mehrmals pro Woche. Nach Angaben der Direktorin schaffen rund 60 Prozent unmittelbar den Einstieg in eine Lehrstelle, weitere 20 Prozent besuchen danach eine andere Schule. Für die übrigen Jugendlichen bleibt unter anderem das U25 des AMS als Anlaufstelle.
Offene Lehrstellen gibt es derzeit vor allem im Einzelhandel, in der Gastronomie sowie in der Installations- und Wärmetechnik. Doch insgesamt reicht das Angebot bei weitem nicht aus.
Dabei gibt es in Österreich mehr als 200 Lehrberufe. Diese große Auswahl hilft nur wenig, denn die tatsächlichen Ausbildungsplätze fehlen. Die Wirtschaftskammer stellt sich hinter die Kapitalisten und erklärt, die Betriebe hätten Schwierigkeiten, geeignete Lehrlinge zu finden, da die Anforderungen wachsen würden – und verschiebt die Schuld damit auf die Lehrlinge selbst.
Viele Unternehmen wollen sich die Ausbildung von Lehrlingen offensichtlich nicht mehr leisten. Und während Betriebe über Fachkräftemangel klagen, sinkt gleichzeitig die Bereitschaft vieler Unternehmen, selbst Lehrlinge auszubilden.
Und auch die Qualität der Lehrausbildung sinkt. Laut dem österreichweiten ÖGJ-Lehrlingsmonitor, für den mehr als 6.000 Lehrlinge befragt wurden, bewertet mehr als ein Drittel die Ausbildungsbedingungen als schlecht oder sehr schlecht. Nach Angaben der AK führt diese Entwicklung dazu, dass jeder vierte Lehrling später nicht im erlernten Beruf bleiben möchte.
Quelle: ORF/Zeitung der Arbeit





















































































