Die Kämpfe im Jemen eskalieren erneut. Die Ansarollah kontrolliert inzwischen die jemenitische Küste am Roten Meer und damit die strategisch wichtige Meeresstraße Bab al-Mandab. Saudi-Arabien antwortet mit massiven Luftangriffen. Gleichzeitig könnten Pakistan und die Türkei über den neuen Mekka-Pakt immer tiefer in den Krieg hineingezogen werden. Die Entwicklung im Jemen ist dabei längst nicht mehr vom Krieg der USA und Israels gegen Iran zu trennen.
Der Krieg im Nahen und Mittleren Osten greift immer weiter um sich. Während die USA und Israel seit Monaten Krieg gegen Iran führen und die Straße von Hormus faktisch weitgehend geschlossen ist, ist nun auch der jahrelang schwelende Krieg im Jemen mit voller Wucht zurückgekehrt. Die verschiedenen Kriegsschauplätze beginnen dabei immer stärker ineinanderzugreifen.
Die jemenitische Ansarollah-Bewegung, im Westen meist als Huthi bezeichnet, konnte im September bedeutende militärische Geländegewinne erzielen. Sie kontrolliert mittlerweile die gesamte jemenitische Küste am Roten Meer und die Meerenge Bab al-Mandab. Am Montag versuchten ihre Truppen zudem, strategisch wichtige Höhenzüge in den Provinzen Taiz und Lahij einzunehmen und damit ihre Eroberungen an der Küste gegenüber den von Saudi-Arabien unterstützten Regierungstruppen abzusichern.
Damit gerät eine weitere der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt in den Mittelpunkt des Krieges. Gleichzeitig zeigt sich immer deutlicher, wie eng die Kämpfe im Jemen inzwischen mit dem Krieg gegen Iran, dem Kampf um die Straße von Hormus und den sicher ausbreitenden Konfrontationen in der Region verbunden sind.
Vom Bürgerkrieg zur saudischen Intervention
Die gegenwärtige Eskalation hat eine lange Vorgeschichte. Ansarollah entstand in den 1990er Jahren unter der zaiditisch-schiitischen Bevölkerung im Norden des Landes. Nach den Protesten des sogenannten Arabischen Frühlings und dem Sturz des langjährigen Präsidenten Ali Abdullah Saleh 2011 geriet der ohnehin arme jemenitische Staat zunehmend in eine politische Krise.
Im September 2014 nahm Ansarollah die Hauptstadt Sanaa ein. Anfang 2015 musste Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi zunächst nach Aden und schließlich nach Saudi-Arabien fliehen. Im März 2015 intervenierte eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition in den Krieg. Riad wollte die Regierung Hadis wieder einsetzen und gleichzeitig verhindern, dass sich an seiner südlichen Grenze eine mit Iran verbündete politische und militärische Kraft dauerhaft etabliert.
Es folgten Jahre massiver Luftangriffe und einer Blockade des Jemen durch Saudi Arabien. Die Konsequenz war eine Hungersnot, zehntausende Menschen wurden getötet, Millionen vertrieben. Gezielt bei Luftangriffen zerstörte Krankenhäuser, Wasserleitungen und andere Infrastruktur trugen dazu bei, dass sich Krankheiten wie Cholera ausbreiteten. Bereits 2019 waren nach UN-Angaben rund 24 Millionen Menschen – damals etwa 80 Prozent der Bevölkerung – auf irgendeine Form humanitärer Hilfe angewiesen.
Trotz ihrer gewaltigen militärischen (Luft-)Überlegenheit gelang es Saudi-Arabien und seinen Verbündeten jedoch nicht, Ansarollah zu besiegen.
Erst ein von den Vereinten Nationen vermittelter Waffenstillstand führte ab April 2022 zu einer deutlichen Verringerung der Kampfhandlungen. Saudi-Arabien und Ansarollah verständigten sich 2023 nach direkten Gesprächen auf einen Fahrplan für einen dauerhaften Waffenstillstand. Formal umgesetzt wurde dieser allerdings nie. Der Krieg wurde eingefroren, nicht beendet. Wie so oft erwies sich der Frieden im Imperialismus als die Atempause vor dem nächsten Krieg und als kaum weniger schrecklich als der Krieg selbst.
Der Krieg kehrt zurück
Vor dem Hintergrund der schärfer werdenden Konfrontation zwischen regionalen und internationalen Akteuren von Syrien über den Libanon bis hin zum Krieg gegen den Iran brachen die Gegensätze erneut auf. Die Kämpfe verschärften sich im Juli und eskalierten Ende August endgültig, als Ansarollah eine größere Offensive begann.
Am 10. September fiel die strategisch wichtige Hafenstadt Mocha an die jemenitische Organisation. Dadurch weitete Ansarollah seine Kontrolle am Bab al-Mandab entscheidend aus.
Die Offensive traf die international anerkannte jemenitische Regierung zu einem Zeitpunkt, an dem diese eigentlich glaubte, ihre Position gestärkt zu haben. Anfang 2026 hatte sie ihre Kontrolle über den Süden und Osten ausgeweitet, nachdem sich der von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützte separatistische Southern Transitional Council (STC) unter dem Eindruck massiver saudischen Luftangriffe aufgelöst hatte.
Auch daran zeigt sich, dass der Jemenkrieg nie lediglich eine Auseinandersetzung zwischen zwei sauber voneinander getrennten Lagern war. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate intervenierten zwar ursprünglich gemeinsam, unterstützten später jedoch unterschiedliche jemenitische Kräfte und verfolgten teilweise gegensätzliche Interessen.
Ansarollah wiederum wird politisch und militärisch von Iran unterstützt und gehört zur sogenannten „Achse des Widerstands“. Daraus folgt jedoch nicht, dass die Organisation lediglich ein verlängerter Arm Teherans wäre. Sie besitzt eine eigene gesellschaftliche Basis im Jemen sowie eigene politische und militärische Interessen. Es zeigt aber in aller Deutlichkeit, wie lokale und regionale Konflikte sich verbinden und die Kriege und Konfrontation sich ausbreiten und miteinander verbinden.
Raketen auf Riad
Inzwischen wird der Krieg erneut unmittelbar auf saudisches Territorium getragen.
Am Sonnabend griff Ansarollah erstmals seit Beginn der jüngsten Eskalation die Hauptstadt Riad direkt an. In der Stadt waren Explosionen zu hören, während in der Nähe des King Khalid International Airport Rauch aufstieg. Ansarollah erklärte, „sensible Ziele“ in der Hauptstadt angegriffen zu haben. Saudi-Arabien hatte bereits zuvor Raketen- und Drohnenangriffe auf verschiedene Städte sowie seine Energieinfrastruktur gemeldet.
Besonders bedeutsam sind die Angriffe auf Yanbu am Roten Meer. Dort endet die saudische Ost-West-Pipeline, über die Erdöl von den Fördergebieten am Persischen Golf quer durch das Land an die Rotmeerküste transportiert werden kann.
Damit rückt ausgerechnet jene Infrastruktur ins Zentrum des Krieges, die für Saudi-Arabien aufgrund des Krieges gegen Iran erheblich an Bedeutung gewonnen hat.
Zwischen Hormus und Bab al-Mandab
Im Osten der Arabischen Halbinsel liegt die Straße von Hormus. Durch diese Meerenge wird ein bedeutender Teil der weltweiten Öl- und Flüssiggasexporte transportiert. Iran hat den Verkehr durch Hormus im Zuge des seit Februar andauernden Krieges mit den USA und Israel weitgehend unterbrochen.
Teheran macht eine dauerhafte Wiederöffnung der Meerenge unter anderem von einer Einigung mit Washington abhängig. Gleichzeitig laufen unter Vermittlung verschiedener Staaten Versuche, die Verhandlungen zwischen den USA und Iran wieder in Gang zu bringen. Pakistan spielt dabei selbst eine Vermittlerrolle, gleichzeitig besteht die Gefahr, dass Pakistan auf Grund des Militärpakts mit Saudi Arabien auch in diesem Krieg hineingezogen werden könnte.
Für Saudi-Arabien bedeutete die Einschränkung des Verkehrs durch Hormus, dass die Route über die Ost-West-Pipeline nach Yanbu und anschließend durch das Rote Meer noch wichtiger wurde.
Doch am südlichen Ausgang des Roten Meeres liegt die Meeresstraße von Bab al-Mandab – und dort kontrolliert nun Ansarollah die jemenitische Seite.
Die Organisation hat darüber hinaus die Passage saudischer Schiffe untersagt. Damit geraten die beiden strategischen Meerengen der Region gleichzeitig unter den Einfluss von Kräften, die mit Iran verbündet sind. Die Huthis reagieren damit jedoch zu gleich auf die andauernde Blockade jemenitischer Flughäfen und Häfen durch Saudi Arabien.
Saudi-Arabien befindet sich dadurch in einer schwierigen Lage. Im Osten bedroht der Krieg gegen Iran die Ausfuhr über den Persischen Golf, während im Westen der erneute Krieg im Jemen die alternative Exportstrecke über das Rote Meer gefährdet.
Der Jemen ist damit von einem lange Zeit international in den Hintergrund geratenen Kriegsschauplatz wieder zu einem zentralen Knotenpunkt des regionalen Krieges geworden.
Washington zögert vor einer weiteren Front
Saudi-Arabien drängt deshalb auf stärkere Unterstützung seiner Verbündeten. Kronprinz Mohammed bin Salman soll Washington wiederholt zu direkten Angriffen auf Ansarollah aufgefordert haben.
Nach einem Bericht der „New York Times“ waren US-Angriffe für Sonntag bereits vorbereitet worden, wurden von Präsident Donald Trump jedoch kurzfristig abgesagt. Reuters konnte diese Darstellung nicht unabhängig bestätigen. Der Präsident der international anerkannten jemenitischen Regierung, Rashad al-Alimi, ersuchte Trump nach Angaben mehrerer Reuters-Quellen ebenfalls um militärische Unterstützung. Eine Zusage erhielt er demnach nicht.
Ein erneuter Krieg gegen Ansarollah würde für die USA eine weitere Front eröffnen, während der Krieg gegen Iran bereits enorme militärische Ressourcen bindet.
Die USA hatten Ansarollah bereits Anfang 2025 über mehrere Wochen bombardiert. Die Angriffe wurden eingestellt, nachdem Washington und die jemenitische Organisation eine Vereinbarung über die Einstellung gegenseitiger Angriffe getroffen hatten. Nun versucht Washington offenbar erneut, eine direkte Konfrontation zu vermeiden.
Damit tritt ein Widerspruch der gegenwärtigen US-Kriegsführung immer deutlicher hervor: Die Ausweitung des Krieges gegen Iran soll die Stellung der USA und ihrer Verbündeten in der Region stärken, bindet aber zugleich Kräfte und Ressourcen, die Washington an anderen Kriegsschauplätzen fehlen.
Ein neuer Militärpakt
Am 7. August unterzeichneten Saudi-Arabien, Pakistan und die Türkei den sogenannten Mekka-Pakt. Kern des Abkommens ist eine gegenseitige Beistandsverpflichtung, wie es sie auch in der NATO gibt: Ein bewaffneter Angriff auf einen der drei Staaten soll als Angriff auf alle betrachtet werden. Ende August wurde die Zusammenarbeit als „Mecca Defence Alliance“ institutionalisiert; ein Sekretariat soll in Riad eingerichtet werden. Wie die Beistandsklausel praktisch umgesetzt wird, ist allerdings bislang nicht eindeutig geregelt.
Pakistan hat bereits deutlich gemacht, dass es seine Verpflichtungen gegenüber Saudi-Arabien grundsätzlich erfüllen will. Verteidigungsminister Khawaja Asif erklärte Anfang September, ein Angriff auf Saudi-Arabien könne den Mekka-Pakt aktivieren. Gleichzeitig betonte das pakistanische Außenministerium, dass gegenwärtig keine konkrete militärische Reaktion beraten werde.
Dabei verfügt Pakistan längst über eine erhebliche Militärpräsenz in Saudi-Arabien.
Nach Recherchen von Reuters wurden im Frühjahr rund 8.000 pakistanische Soldaten, eine Staffel Kampfflugzeuge und ein Luftabwehrsystem in das Königreich verlegt. Die von Reuters befragten Quellen beschrieben den Verband als kampffähige Truppe, die Saudi-Arabien im Falle weiterer Angriffe unterstützen könne.
Ein tatsächlicher Einsatz gegen Ansarollah wäre dennoch ein erheblicher weiterer Schritt und würde Pakistan indirekt auch in den Krieg mit dem Iran involvieren und deren Rolle als Vermittler erheblich schwächen.
Pakistans schwieriger Spagat
Gerade Pakistan befindet sich in einer widersprüchlichen Situation. Einerseits bestehen traditionell enge militärische Beziehungen zu Saudi-Arabien. Andererseits grenzt Pakistan unmittelbar an Iran und hat kein Interesse daran, selbst in einen Krieg mit seinem Nachbarn hineingezogen zu werden.
Noch komplizierter wird die Lage dadurch, dass Islamabad gleichzeitig eine Vermittlerrolle zwischen Teheran und Washington übernommen hat. Pakistan versucht seit Monaten, einen Weg zurück zu Verhandlungen über die Beendigung des US-iranischen Krieges zu finden.
Islamabad könnte somit gleichzeitig Vermittler zwischen Iran und den USA und militärischer Unterstützer Saudi-Arabiens im Kampf gegen eine mit Iran verbündete jemenitische Bewegung werden.
Ein direkter pakistanischer Angriff auf Ansarollah würde dieses ohnehin schwierige Gleichgewicht erheblich gefährden und könnte den Jemenkrieg noch enger mit dem Krieg gegen Iran verbinden.
Türkei bietet militärische Unterstützung an
Auch Ankara bewegt sich in Richtung einer stärkeren Beteiligung.
Der türkische Außenminister Hakan Fidan erklärte am Sonnabend, die Angriffe aus dem Jemen stellten eine ernsthafte Bedrohung der territorialen Integrität und Souveränität Saudi-Arabiens dar. Ankara stehe aufgrund des Mekka-Pakts an der Seite Riads.
Saudi-Arabien könne insbesondere in „technischen Fragen“ militärischen Bedarf haben. Die Türkei habe kein Problem damit, diesen zu decken, erklärte Fidan.
Bereits am 8. September hatte das türkische Außenministerium die Angriffe Ansarollahs „aufs Schärfste“ verurteilt, seine Unterstützung für die Souveränität und territoriale Integrität Saudi-Arabiens bekräftigt und ein sofortiges Ende der Angriffe verlangt.
Was Ankara konkret liefern könnte, ließ Fidan offen.
Eine Entsendung türkischer Kampftruppen erscheint bislang keineswegs beschlossen. Wesentlich wahrscheinlicher wäre zunächst Unterstützung durch die inzwischen umfangreiche türkische Rüstungsindustrie. Dazu könnten Drohnen, elektronische Kampfführung, Aufklärung oder insbesondere Luftabwehrsysteme gehören.
Dennoch würde bereits eine umfangreiche militärtechnische Unterstützung Saudi-Arabiens die Türkei stärker in den Krieg hineinziehen.
TKP warnt vor neuem Jemenkrieg
Dagegen richtet sich scharfer Widerstand der Kommunistischen Partei der Türkei (TKP). Sie erinnert daran, dass Präsident Recep Tayyip Erdoğan noch 2019 Saudi-Arabien öffentlich für den damaligen Krieg verantwortlich machte.
„Saudi-Arabien sollte in den Spiegel schauen. Wer hat den Jemen in diesen Zustand gebracht?“, zitierte die TKP Erdoğans damalige Aussagen.
Heute, kritisiert die Partei, stehe dieselbe Regierung bereit, Saudi-Arabien gegen Jemen militärisch zu unterstützen. Die TKP fordert, dass sowohl der Mekka-Pakt als auch eine etwaige Entscheidung über einen Kriegseinsatz dem türkischen Parlament vorgelegt werden.
Die Partei warnt zugleich vor einer Wiederholung des historischen „Jemen-Erbes“ des Osmanischen Reiches. Der Jemen war über Jahrhunderte Schauplatz immer wieder aufflammender Kämpfe gegen die osmanische Herrschaft. In der Türkei blieb „Yemen“ deshalb auch kulturell als Synonym für einen weit entfernten und verlustreichen Krieg im kollektiven Gedächtnis erhalten.
Die TKP erklärt, die Bevölkerung der Türkei dürfe nicht erneut in einen Krieg im Jemen hineingezogen werden.
Wieder trifft der Krieg die Bevölkerung
Während immer mehr Staaten über Raketen, Luftabwehrsysteme und militärische Beistandsverpflichtungen diskutieren, verschlechtert sich die Lage der jemenitischen Bevölkerung erneut dramatisch.
Die Vereinten Nationen meldeten am 18. September bereits mehr als 112.000 Binnenvertriebene infolge der jüngsten Kämpfe. Rund 3.000 weitere Menschen waren über das Rote Meer nach Dschibuti geflohen. Mehr als 22 Millionen Menschen – beinahe die Hälfte der Bevölkerung – benötigen humanitäre Hilfe.
Die Zahlen steigen weiter. Reuters berichtete am Montag bereits von mehr als 130.000 Menschen, die innerhalb des Jemen ihre Häuser verlassen mussten. Fast 700 Menschen seien bei der jüngsten Eskalation getötet und Tausende verletzt worden.
Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die fortgesetzten Angriffe Ansarollahs auf Saudi-Arabien und insbesondere Angriffe auf zivile und energetische Infrastruktur. Gleichzeitig warnen die Vereinten Nationen vor einer Rückkehr zu einem umfassenden Krieg im Jemen.
Die humanitäre Katastrophe trifft dabei ein Land, dessen Bevölkerung schon die Folgen von mehr als einem Jahrzehnt Krieg, Blockade, Hunger, Vertreibung und zerstörter Infrastruktur trägt.
Die regionalen Kriege greifen ineinander
Die gegenwärtige Entwicklung zeigt vor allem, wie wenig die einzelnen Kriege im Nahen und Mittleren Osten noch voneinander getrennt werden können.
Der Krieg der USA und Israels gegen Iran hat die Straße von Hormus zum Kriegsschauplatz gemacht. Die Einschränkung der Schifffahrt dort erhöht die Bedeutung des Roten Meeres für Saudi-Arabien. Gleichzeitig hat Ansarollah seine Position am Bab al-Mandab ausgebaut und greift saudische Energieinfrastruktur an.
Saudi-Arabien wiederum sucht angesichts der neuen Bedrohung militärische Unterstützung bei Pakistan und der Türkei. Pakistan steht gleichzeitig als Vermittler mit Iran in Kontakt. Die Türkei ist NATO-Mitglied und verfügt über eine wachsende eigene Rüstungsindustrie und regionale Machtinteressen. Die USA müssen währenddessen entscheiden, ob sie neben ihrem Krieg gegen Iran eine weitere direkte Front im Jemen eröffnen wollen.
Damit droht eine Kettenreaktion: Jeder neue Krieg schafft die Voraussetzungen für die Ausweitung des nächsten.
Gerade der Jemen zeigt dabei auch die Grenzen militärischer Überlegenheit. Saudi-Arabien und seine Verbündeten verfügten seit 2015 über moderne Kampfflugzeuge, Präzisionswaffen und massive internationale Unterstützung. Dennoch gelang es ihnen in mehr als einem Jahrzehnt nicht, Ansarollah militärisch auszuschalten.
Heute kontrolliert die Bewegung nicht nur Sanaa und den bevölkerungsreichen Nordwesten, sondern hat ihre Stellung bis an den Bab al-Mandab ausgedehnt.
Sollten nun Pakistan oder die Türkei unmittelbar in die Kämpfe eingreifen oder die USA ihre Angriffe wieder aufnehmen, würde dies den Konflikt nicht länger auf Saudi-Arabien und Jemen beschränken. Der jahrelange jemenitische Krieg könnte endgültig zu einer weiteren Front des bereits weit über Iran hinausgreifenden regionalen Krieges werden und damit die Gefahr einer Generalisierung des Krieges weiter ausweiten.
Quelle: 902.gr/TKP/AJ/junge Welt/902.gr





















































































