Wien. Während die Universitäten noch von „Grund zur Hoffnung“ sprechen, bereitet sich die ÖH bereits auf neue Proteste vor. Sollte es bei den Leistungsvereinbarungen für 2028 bis 2030 zu Einschnitten kommen, will sie wieder auf die Straße gehen. Das ist richtig.
Die Probleme an den österreichischen Universitäten entstehen nicht erst mit dem kommenden Budget.
Seit Jahren wird unter dem Schlagwort „Exzellenz“ der Wettbewerb verschärft, während Beschäftigungsbedingungen immer prekärer werden. Besonders der wissenschaftliche Nachwuchs zahlt dafür einen hohen Preis: Befristete Verträge, unsichere Perspektiven und steigender Leistungsdruck gehören für viele längst zum Alltag. Ebenso wie erzwungene Mobilität und Vermessungen vermeintlicher Leistungen
Gleichzeitig wird von den Universitäten immer mehr verlangt: bessere Forschung, mehr kompetitive Drittmittel, mehr Internationalisierung, mehr Third Mission, mehr getränkte Publikationen. Das alles soll offenbar mit möglichst wenig zusätzlichen Ressourcen funktionieren. Im Gegenteil durchndienneuen Beschaftigungsbermate und die Evaluationen wird die vermeintlich individuelle Leistung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern immer wichtiger, aber diese Form der wissensproduntion, des einzelnen genialen Geistes habe es eigentlich nie und macht Leistungen dritter unsichtbar.
In dieser ohnehin schon krisehaften Gemengenlage drohen weitere Einschnitte. Die uniko warnt vor einer Finanzierungslücke von rund einer Milliarde Euro im nächsten Dreijahresbudget. Die Politik verweist dagegen auf ein mögliches „moderates Plus“. Doch ein Plus auf dem Papier löst keine strukturelle Unterfinanzierung.
Wer gute Forschung und gute Lehre will, muss sie auch finanzieren
Statt über höhere Studiengebühren oder strengere Studienbedingungen zu diskutieren, braucht es endlich eine ausreichende öffentliche Finanzierung der Universitäten. Grundlagenforschung lässt sich nicht nach kurzfristigen Renditeerwartungen organisieren. Gute Lehre braucht genügend Personal. Und wissenschaftlicher Nachwuchs braucht sichere Perspektiven.
Deshalb ist es richtig, dass sich Studierende gegen weitere Verschlechterungen wehren. Protest ist kein Störfaktor, sondern Ausdruck eines Problems, das seit Jahren ungelöst bleibt.
Die Universitäten brauchen nicht mehr Sparzwang unter dem Deckmantel der Exzellenz. Sie brauchen mehr Geld, bessere Arbeitsbedingungen und eine Zukunftsperspektive für jene, die dort lernen, lehren und forschen. Die Hoffnung der Unis auf ein paar Zugeständnisse wirkt angesichts dieser Entwicklung eher naiv. Denn wer jahrelang auf Verschleiß fährt, kann das Problem nicht mit einem moderaten Plus lösen.
Während Geld für Rüstung und die Untersuchung von Konzernen da ist wird im Sozialen und der Infrastruktur der rote Stift angesetzt. Das ist alles andere als nachhaltig und verursacht Folgekosten. Es ist somit nicht mir aus einer sozialen Perspektive dumm, sondern eben auch einer ökonomischen.
Quelle: ORF





















































































