Linz. Die Brau Union erhöht ab 1. Dezember erneut ihre Bierpreise. Um 2,9 Prozent müssen Handel und Gastronomie künftig mehr bezahlen. Schon im Vorjahr hatte der Konzern die Preise um 3,2 Prozent angehoben. Betroffen sind unter anderem Gösser, Zipfer, Kaiser und Wieselburger.
Die Erklärung liefert der österreichische Ableger des Heineken-Konzerns gleich mit: Rohstoffe, Verpackungen, Transport und natürlich die Löhne seien teurer geworden. Die armen Brauereikonzerne! Da schuften die Beschäftigten jahrein, jahraus, brauen das Bier, füllen es ab und sorgen dafür, dass es in den Geschäften und Gasthäusern landet. Und dann wollen diese Unverschämten für ihre Arbeit auch noch ordentlich bezahlt werden. Wo kommen wir denn da hin?
Wie sich die Gewinne und Renditen des Konzerns entwickeln, erfahren wir in der Erklärung zur Preiserhöhung übrigens nicht. Dafür wissen wir jetzt wieder einmal, wo das eigentliche Problem liegt: bei unseren Löhnen. Nicht bei der Profitmacherei der Eigentümer. Nein, bei denen, die den Laden am Laufen halten.
Es ist doch immer dasselbe schale Bier, das uns aus den immer gleichen Schläuchen eingeschenkt wird: Fordern Arbeiterinnen und Arbeiter mehr Lohn, sollen sie gefälligst Maß halten. Der Standort sei gefährdet, die Forderungen überzogen und überhaupt müssten jetzt alle den Gürtel enger schnallen. Erhöht hingegen ein Konzern seine Preise, ist das natürlich etwas völlig anderes. Eine wirtschaftliche Notwendigkeit! Da sind dem Management leider die Hände gebunden. Uns bleibt nur, das Geldbörsel aufzumachen.
Und so brauen die Beschäftigten das Bier, sollen bei den Löhnen bescheiden bleiben und dürfen nach Feierabend für das Ergebnis ihrer eigenen Arbeit auch noch mehr bezahlen. Eine wirklich schöne Arbeitsteilung: Wir machen die Arbeit, die Eigentümer kassieren und am Ende sollen wir auch noch Verständnis dafür haben.
Darauf jedenfalls Prost! Und bei der nächsten Lohnverhandlung bitte nicht wieder so unverschämt sein. Die armen Konzernchefs müssen schließlich auch von unserem Geld leben.
Quelle: ORF


















































































