Der Wahlerfolg der Demokraten bei den US-amerikanischen Midterms führte, aufgrund von befürchteten Regulierungen von KI, zu einer starken Entwertung von amerikanischen Aktien. Die asiatischen und europäischen Börsen sind auch bereits betroffen. Die Leidtragenden dieser Entwicklung wird mit ziemlicher Sicherheit wieder die arbeitende Bevölkerung sein.
Washington. Vergangenen Donnerstag verkauften schlagartig viele Börsenspekulanten in den USA ihre Tech-Aktien. Dies führte zu einer starken Entwertung unzähliger Wertpapiere. So sank der Nasdaq-100 Index um 6,36%. Über drei Billionen US-Dollar an Marktwert verschwanden vom amerikanischen Aktienmarkt. Freitag morgens folgten die asiatischen Märkte: der japanische Nikkei-Index sank um 6,0%, der koreanische KOSPI-Index um 6,7% und der chinesische Index der wichtigsten Unternehmen in Shenzen und Shanghai um 1,6%.
Die Welle der Aktienentwertungen hat im nächsten Schritt auch Europa getroffen. So sanken der deutsche DAX-Index und der britische FTSE-100-Index um jeweils 1,9%. Kommentatoren sehen die Entwicklungen in Asien und Europa als direkte Folge der Börsensituation in den USA.
Furcht vor Regulationen
Der Grund für den Schlagartigen Verkauf vieler Tech-Aktien – der zu dieser ganzen Situation geführt hat – ist der Wahlerfolg der Demokraten bei en Midterms in den USA. Diese versprachen im Wahlkampf stärkere Regulierungen von KI-Unternehmen. So wollen sie nach eigener Aussage die Entwicklung von KI-Modellen beschränken und den Bau von neuen KI-Rechenzentren verlangsamen.
Letztere sind bei der amerikanischen arbeitenden Bevölkerung zunehmend unbeliebt. Diese verursachen eine extreme Lärmbelastung die oft Wohngebiete betrifft, da es bis jetzt keine Regeln gibt, wo sie gebaut werden dürfen. Außerdem werden ihr extremer Wasser- und Stromverbrauch für die horrenden Energiepreise in den ganzen Vereinigten Staaten und die Wasserknappheit in manchen Gebieten verantwortlich gemacht. Dass die steigenden Preise nicht ein direktes Ergebnis der Rechenzentren sind, sondern der kapitalistischen Marktmechanismen, die Preiserhöhungen von für ein modernes Leben notwendigen Mitteln – wie zum Beispiel Strom- belohnen, wurde von den Demokraten im Wahlkampf ausgeblendet.
Es lässt sich außerdem bezweifeln, wie ernsthaft die Demokratischen Repräsentanten in einzelnen Bundesstaaten die versprochenen Regulierungen durchsetzen werden. Davon abgesehen, erwarten sich die amerikanischen Börsenspekulanten nun ein geringeres Volumen an Investitionen in und Profite durch KI-Unternehmen und Unternehmen die die Hardware für die Rechenzentren bereitstellen.
Auf die arbeitende Bevölkerung abgewälzt
Wie alle im Kapitalismus gesetzmäßig auftretenden Markteinbrüche werden wieder die arbeitenden Bevölkerungsschichten die hauptsächlichen Leittragenden sein. Wie solche Vorgänge in der Vergangenheit eindeutig zeigten, werden Firmen und Unternehmen die beeinträchtigten Profite dadurch auszugleichen zu versuchen, in dem sie massenweise Arbeitsplätze streichen und die Arbeitsbedingungen verschlechtern werden. Die fallenden Börsenkurse werden auch mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit von bürgerlichen Politikern und Medien dazu genutzt werden, um das Abbauen des Sozialstaats und das Streichen von Arbeiterrechten zu rechtfertigen.
Die jetzt wieder aufkommende sozialdemokratische und anderweitige bürgerliche Kritik an den Aktienmärkten ist zu kurz gedacht. Würde man diese strenger regulieren, oder sogar gänzlich abschaffen, würde dies nicht die immer wiederkehrenden Krisen des Kapitalismus beseitigen. Diese sind Ergebnis der innigsten Gesetze des Kapitalismus und werden notwendigerweise immer wieder auftreten. Nur eine Wirtschaftsform, die nicht auf Profite ausgerichtet ist, sondern auf die Erfüllung der Bedürfnisse der Bevölkerung, wird eine Wirtschaft ohne Krisen sein.
Quellen: Al Jazeera / The Guardian / The Guardian / Der Standard / Der Standard





















































































