Wer ist schuld an der Teuerung in Österreich: der Kapitalismus oder Donald Trump?
Wien, Washington. Mit Zöllen und dem Irankrieg bescherte die US-Regierung dem Großkapital massive Gewinnsteigerungen. Das beste Beispiel sind die US-Ölkonzerne. Gleichzeitig trifft die Teuerung, vorallem von Treibstoff, große Teile der US-amerikanischen Bevölkerung. Anders gesagt: Die Politik der US-Regierung machte die Armen ärmer und die Reichen reicher. Das ist an sich nichts Neues, aber da man diese Umverteilung von Reichtum nicht wieder rückgängig machen will, ist ein Sündenbock gefragt.
Liegt die Umverteilung an den Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus? Kann nicht sein, dann wäre er ja gegen die Interessen der arbeitenden Bevölkerung. Liegt die Umverteilung an der Gier einzelner Kapitalisten, die Profite erwirtschaften? Kann auch nicht sein, denn dann könnte man die Profite ja wieder zurückverteilen. Liegt die Umverteilung an einem einzigen Mann? Ja natürlich, Trump ist schuld an allem!
Der Witz an der Sache ist, dass das Zwei-Parteien-System der USA und somit die US-Regierungen, zumindest des letzten Jahrhunderts, das Kapital vertreten. Ihre Aufgabe ist es, den Kapitalismus und die in ihm inhärente Umverteilung von Arm nach Reich durchzusetzen. Sobald die Bevölkerung dann merkt, dass ihr Lebensstandard gesunken ist, wird ein Minister oder ein Präsident ausgewechselt oder die jeweils andere Partei ins Amt gewählt, damit diese dieselbe Politik weiterführen kann.
Das ist in Österreich auch nicht anders. Jahr für Jahr muss die Arbeiterklasse vor dem Hintergrund der rollierenden Inflation mit dem Kapital ihre Löhne neu verhandeln. Dabei stimmen sozialdemokratische Gewerkschaften immer wieder Reallohnverlusten zu. Auch das ist ein Form der Umverteilung. Die Medien und die Politik stellen anschließend nicht die Profite des Kapitals und die Löhne der arbeitenden Bevölkerung gegenüber, sondern beteuern, dass die Inflation die Unternehmen dazu zwingt, die Ausbeutung zuzuspitzen. Auch hier ist Trump die perfekte Ausrede. Unter dem Begriff Trumpflation wird ein Teil der Inflation einer einzelnen Person zugeschoben.
Somit kommen wir in die absurde Situation, dass Arbeiterinnen und Arbeiter in Österreich sich zwischen Miete, Nahrungsmitteln und Heizung entscheiden müssen und die Arbeiterkammer erklärt ihnen, dass die Wählerinnen und Wähler der USA schuld daran seien, da diese Donald Trump gewählt haben. Von der Inflation in Österreich schreibt die Arbeiterkammer Trump einen Anteil von 1,3% zu. Der Standard, Kurier und Kanzler Stocker sprechen von ähnlichen Zahlen.
Und das während der Reichtum von Kapitalisten wie Mateschitz, Porsche oder Piëch, bzw. wie Musk oder Bezos weiter steigt. Für uns ist klar: Das Problem ist weder Trump noch ein anderer Präsident, sondern der Kapitalismus. Die Aufgabe der bürgerlichen Parteien ist es, den Kapitalismus zu verwalten und sich alle paar Jahre gegenseitig zu ersetzen. Wer den Kapitalismus überwinden will, muss selbst aktiv werden, Klassenbewusstsein verbreiten, Kolleginnen und Kollegen organisieren und für die sozialistische Revolution kämpfen.
Quellen: AK FÜR DICH November 2026 / Kurier / Der Standard / OÖN






















































































