HomePolitikMassentests: Pharma-Konzerne kassierten ordentlich ab

Massentests: Pharma-Konzerne kassierten ordentlich ab

Die Bundesregierung zahlte für Corona-Tests ungewöhnlich hohe Stückpreise. Die überhastete Vergabe dürfte weit über 20 Millionen € Schaden verursacht haben.

Wien. Vor knapp einem Monat überraschte der türkise Konzernkanzler Kurz mit der Ankündigung von Massentests. Rasch stellte sich heraus: Vorbereitet oder gar mit den Verantwortlichen abgestimmt war noch überhaupt nichts, dementsprechend chaotisch bis dilettantisch gestalteten sich Planung und Umsetzung. Und auch das Interesse an den freiwilligen Testungen ist bisher sehr überschaubar geblieben.

Kein Mengenrabatt

So wurde nur ein kleiner Teil der SARS-CoV2-Positiven der letzten Tage über die Massentestungen ermittelt – deren Kosten fallen jedoch umso größer aus. Denn 10 Millionen Schnelltest ließ sich die Republik 67 Millionen Euro kosten – die Slowakei hatte für annähernd die gleiche Menge 40 Millionen Euro bezahlt. Noch auffälliger: Die mitbeauftragte Firma Roche berechnete für vier Millionen Tests einen Stückpreis von 7,8 Euro. Ein Hausarzt muss aktuell bei einer 25-Stück-Packung denselben Preis bezahlen – also keinerlei Mengenrabatt bei einem Millionenauftrag. Das ist selbst in der monopolisierten und hochprofitablen Pharmabranche ungewöhnlich.

Günstigere Anbieter wurden im überhasteten Vergabeverfahren übergangen – was bei abzusehenden Klagen der Konkurrenz gegen die Republik übrigens nochmal teuer werden kann. Und die zuständige Bundesbeschaffungsagentur (BBG), die unter der Fuchtel von Krampus-Zielperson und Finanzminister Gernot Blümel steht, setzte sich erst gar nicht mit Qualitätsunterschieden der unterschiedlichen Hersteller auseinander.

- Advertisment -spot_img
- Advertisment -spot_img

MEIST GELESEN