Linz. Im Zuge einer mehrmonatigen Schwerpunktaktion hat die Polizei im Bereich rund um das als „Spinatbunker“ bekannte Krempl-Hochhaus im Linzer Süden mehr als 85 Personen festgenommen. Das Gebiet gilt seit Jahren als Brennpunkt für Suchtgifthandel.
Laut Medienberichten erstreckten sich die Ermittlungen über mehrere Monate und umfassten neben dem Suchtgifthandel auch begleitende Delikte wie Eigentums- und Gewaltkriminalität. Neben den 85 Festnahmen bestehen laut Polizei zudem zehn weitere Festnahmeanordnungen. Im Zuge der Aktion wurden zahlreiche strafbare Handlungen dokumentiert. Dazu zählen unter anderem acht Fälle von Geldwäscherei, zwei Raubdelikte, ein Widerstand gegen die Staatsgewalt, drei gefährliche Drohungen, eine Körperverletzung, acht Einbruchsdiebstähle sowie drei Fälle von Urkundenunterdrückung.
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden spielte eine Familie eine zentrale Rolle im organisierten Drogenhandel in dem Gebiet. Der 34-jährige Sohn soll die Geschäfte von zwei Lokalen aus koordiniert haben, während der Vater Fahrdienste übernommen haben soll. Die Mutter wird beschuldigt, Kuriere aus einem Geschäft heraus mit verschiedenen Suchtmitteln versorgt zu haben.
Die Ermittler stellten bei Durchsuchungen unter anderem Kokain, Heroin und größere Mengen Cannabis sicher. Die Substanzen waren an unterschiedlichen Orten versteckt, darunter in Lebensmitteln, Tiefkühltruhen sowie in Räumen von Lokalen und Wohnungen. Die Aufklärung gestaltete sich laut Staatsanwaltschaft zunächst schwierig. Insbesondere Zeuginnen und Zeugen sowie mutmaßliche Kuriere hätten aus Angst vor Repressalien lange geschwiegen. Erst im Laufe der Ermittlungen konnte ausreichend Beweismaterial gesammelt werden, um gegen die Hauptverdächtigen vorzugehen.
Im Zuge der Razzia wurden neben Suchtmitteln auch rund 65.000 Euro Bargeld, 49 Mobiltelefone, mehrere Laptops sowie ein Fahrzeug sichergestellt. Die drei Hauptbeschuldigten befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Die Polizei kündigte an, die Situation im betroffenen Stadtteil weiterhin genau zu beobachten, um mögliche Entwicklungen nach der Zerschlagung der Strukturen zu analysieren.
Quelle: ORF


















































































