Bei einer Gasexplosion in einem Kohlebergwerk in China sind mindestens 90 Menschen ums Leben gekommen – es handelt sich um das schwerste Bergbauunglück des Landes in den letzten Jahren.
Shanxi. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, dass 247 Arbeiter unter Tage im Einsatz waren, als die Explosion am Freitag die Liushenyu-Mine in der Provinz Shanxi erschütterte. Die Explosion ereignete sich kurz nach Auslösung eines Kohlenmonoxid-Alarms, wobei einige Berichte behaupteten, die Gaswerte hätten Sicherheitsgrenzwerte überschritten.
Die Rettungsarbeiten dauern noch an. Rettungskräfte suchen weiter nach Überlebenden der Explosion. Neun Bergleute wurden laut Xinhua am Samstagnachmittag noch vermisst, und mehr als 120 Menschen wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Unter den Verletzten waren viele durch giftiges Gas geschädigt worden, wie der Sender CCTV berichtete.
Laut dem chinesischen Auslandssender CGTN wurde der für die Aufsicht über das Bergwerk Verantwortliche festgenommen, während die Behörden die Ursache der Explosion untersuchen.
Die Provinz Shanxi, in der sich der Vorfall ereignete, ist Chinas wichtigstes Kohleabbaugebiet. Im vergangenen Jahr wurden dort mehr als eine Milliarde Tonnen Kohle gefördert, fast ein Drittel der Gesamtproduktion des Landes. Präsident Xi Jinping hat die Behörden in ganz China aufgefordert, ihre Bemühungen zur Verhinderung schwerer Unfälle nach der Explosion vom Freitag zu verstärken.
Wang Yong, einer der ins Krankenhaus eingelieferten Bergleute, berichtete CCTV in einem Videointerview, er habe Schwefel „wie bei Feuerwerkskörpern“ gerochen und Rauch gesehen. „Ich habe den Leuten gesagt, sie sollen rennen“, sagte er. „Als ich rannte, sah ich, wie Menschen vom Rauch erstickten. Und dann verlor ich das Bewusstsein.“
China ist der weltweit größte Produzent und Verbraucher von Kohle und macht mehr als die Hälfte des weltweiten Verbrauchs aus. Chinas Kohlebergwerke gelten als einige der tödlichsten der Welt. Seit Beginn der 2000er Jahre hat China die Zahl der Todesfälle in Kohlebergwerken – die häufig durch Gasexplosionen oder Überschwemmungen verursacht werden – durch strengere Vorschriften und sicherere Arbeitspraktiken jedoch deutlich gesenkt.
Quelle: Al Jazeera





















































































