Knapp einen Monat vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA verschärft sich der Konflikt um die Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE.
Los Angeles. Beschäftigte des SoFi-Stadiums in Los Angeles drohen mit Streiks, falls ICE-Kräfte während der WM-Spiele rund um die Arena eingesetzt werden. Im SoFi-Stadium im Vorort Inglewood sollen acht Spiele der Fußball-WM stattfinden, darunter auch das Auftaktspiel der US-Nationalmannschaft gegen Paraguay am 12. Juni.
Der Grund für die Streikdrohungen sind die brutalen Razzien gegen migrantische Arbeiterinnen und Arbeiter sowie die verschärfte Abschiebeoffensive der Trump-Regierung. Im Februar kündigte ICE-Direktor Todd Lyons an, die Behörde werde während der Weltmeisterschaft eine „Schlüsselrolle für die Sicherheit“ übernehmen. Für die Beschäftigten bestätigt dies die Befürchtung, dass das Turnier genutzt werden könnte, um die verschärfte Migrationspolitik und verstärkte Kontrollen gegen migrantische Arbeiter durchzusetzen.
Bei einer Protestkundgebung vor dem Stadion kündigten Arbeiterinnen und Arbeiter an, die Arbeit niederlegen zu wollen, sollten ICE-Agenten bei den Spielen präsent sein. Unterstützt werden sie von der Gewerkschaft „Unite Here Local 11“, die mehr als 30.000 Beschäftigte in Hotels, Flughäfen und Sportarenen organisiert, darunter rund 2.000 Arbeiter des SoFi-Stadiums.
Die Gewerkschaft fordert verbindliche Garantien, dass ICE bei keinem der acht WM-Spiele in Los Angeles eingesetzt wird. Unter den Beschäftigten wachse die Angst, selbst Ziel von Kontrollen, Festnahmen oder Abschiebungsmaßnahmen zu werden. Die Präsenz der Behörde schaffe „ein Klima der Einschüchterung und Angst“, erklärte die Gewerkschaft laut US-Medien in einer Beschwerde bei der Bundesbehörde National Labor Relations Board (NLRB). Die Beschwerde richtet sich unter anderem gegen den Fußball-Weltverband FIFA.
Die zweite Trump-Regierung hat seit ihrem Amtsantritt im Jänner 2025 die ICE-Razzien landesweit massiv ausgeweitet. Die Behörde nimmt migrantische Arbeiterinnen und Arbeiter ins Visier, trennt Familien durch Festnahmen und Abschiebungen und setzt ihre Maßnahmen mit brutaler und zum Teil mörderischer Härte durch. In mehreren Städten kam es zu Protesten gegen Razzien und Abschiebungen, bei denen Demonstrierende ICE-Fahrzeuge blockierten und sich Sicherheitskräften entgegenstellten.
Quelle: Deutschlandfunk

















































































