Mitten im schwersten Ebola-Ausbruch des Landes legen Gesundheitskräfte in der Demokratischen Republik Kongo ihre Arbeit nieder. Ausstehende Gehälter und Bonuszahlungen sorgen für Proteste, während die Zahl der Infektionen weiter rasant steigt.
Beschäftigte des Bunia General Hospital, des größten Krankenhauses der besonders betroffenen Provinz Ituri, traten am Mittwoch in den Streik und protestierten gegen ausstehende Gehalts- und Bonuszahlungen.
Ärztinnen, Ärzte, Pflegekräfte und weitere Mitarbeitende blockierten den Eingang des Krankenhauses. Nach eigenen Angaben arbeiten viele von ihnen seit Beginn des Ausbruchs unter schwierigen Bedingungen, ohne bislang eine Vergütung erhalten zu haben.
Bereits am Montag hatten auch Beschäftigte eines Ebola-Behandlungszentrums in der Stadt Rwampara ihre Arbeit niedergelegt. Am Dienstag erklärten sie sich bereit, den Betrieb wieder aufzunehmen – allerdings nur unter der Bedingung, dass die Regierung die ausstehenden Zahlungen innerhalb von 72 Stunden leistet. Mehrere Gesundheitskräfte berichteten der Nachrichtenagentur AP, seit Beginn ihrer Arbeit überhaupt keine Bezahlung erhalten zu haben.
Ebola breitet sich weiter aus
Nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums wurden inzwischen 2.011 Ebola-Infektionen bestätigt. 754 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Ausbruch gestorben. Die Behörden bezeichnen die Epidemie als den bislang am schnellsten wachsenden Ebola-Ausbruch des Landes.
Der Ausbruch wird durch das seltene Bundibugyo-Virus verursacht. Derzeit befinden sich 753 Patientinnen und Patienten in Isolation oder in stationärer Behandlung, 366 Menschen gelten als genesen.
WHO warnt vor zunehmenden Schwierigkeiten
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht die Eindämmung des Virus weiterhin vor großen Herausforderungen. Mehr als 100 Beschäftigte im Gesundheitswesen haben sich seit Beginn des Ausbruchs infiziert. Rund 80 Prozent der neugemeldeten Fälle stammen aus bislang unbekannten Übertragungsketten, während nur etwa 67 Prozent der bekannten Kontaktpersonen nachverfolgt werden können.
Zusätzliche Probleme bereiten den Behörden die Finanzierung der Maßnahmen, Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen, der anhaltende bewaffnete Konflikt im Osten des Landes sowie die schwierige Suche nach dem Ursprung des Ausbruchs. Da der sogenannte Indexpatient bislang nicht identifiziert werden konnte und Vertreibungen sowie Wanderungsbewegungen im Bergbaugebiet die Kontaktverfolgung erschweren, breitet sich das Virus weiterhin schneller aus, als die Gesundheitsbehörden es eindämmen können.
Erschwerend kommt hinzu, dass gegen das Bundibugyo-Virus bislang weder ein zugelassener Impfstoff noch eine zugelassene spezifische Therapie zur Verfügung stehen. In der Provinz Ituri hat inzwischen jedoch eine klinische Studie mit zwei möglichen Behandlungsansätzen begonnen.
Quelle: AP



















































































