Im Laufe der letzten zwei Jahre strichen die USA die Entwicklungshilfe USAID, kürzten ihre Beiträge zum Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und traten aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus. Doch welche Rolle spielt Entwicklungshilfe überhaupt?
Als direkte Folge der Kürzungen blamierte sich das Außenministerium der USA kürzlich bei einer Präsentation während der Welt-Aids-Konferenz in Rio-de-Janeiro. Nach der Streichung von USAID, wurde das Außenministerium mit der Administration der verbleibenden Entwicklungshilfe beauftragt. Somit war es für die Präsentation des seit 2003 bestehenden Hilfsprogramms “Notfallplan des US-Präsidenten zur AIDS-Hilfe” (PEPFAR) zuständig. Auf einer Präsentationsfolie sieht man eine Karte Afrikas und eine Auflistung der Länder Nigeria, Mosambik, Uganda, Elfenbeinküste, Malawi und Kamerun, sowie die Ausweisung möglicher Finanzierungschancen. Die auf der Karte eingezeichneten Länder haben dabei fiktive Formen und Position. Die USA sprechen von einem unglücklichen Fehler. Eine Analyse von Reuters erkannte, dass die Grafik ein OpenAI-Wasserzeichen enthielt und wohl mit künstlicher Intelligenz (KI) erstellt wurde. Auf der einen Seite will die US-Regierung also sparen, aber da man sich trotzdem philanthropisch inszenieren will, reicht es noch für Kleingeld und KI-generierte Präsentationen.
Viele Menschen treffen die Kürzungen der Entwicklungshilfe jedoch deutlich härter. So warnte das UNHCR im Juli 2025, dass bald 11,6 Millionen Menschen ohne Zugang zu humanitärer Hilfe dastehen könnten. Die USA kürzten ihren Beitrag in diesem Jahr um mehr als die Hälfte. Bei einem Jahresbedarf von 10,6 Milliarden Dollar für 2025, kürzten sie 1,28 Milliarden Dollar.

Auch in den USA verloren Tausende Arbeiterinnen und Arbeiter der USAID-Behörde ihren Arbeitsplatz. Ähnliche Probleme zog der Austritt der USA aus der WHO nach sich.
An dieser Stelle gilt es die Frage zu stellen, warum kapitalistische Länder überhaupt Entwicklungshilfe leisten. Es handelt sich dabei um eine Inszenierung, um Philanthropismus auf staatlicher Ebene. Die Kapitalisten der imperialistischen Zentren, egal ob in den USA, der EU, Russland oder China, bereichern sich auf Kosten der heimischen Arbeiterinnen und Arbeiter und zusätzlich auf Kosten der Arbeiterinnen und Arbeiter der imperialistischen Peripherie. Ein kleiner Bruchteil der angeeigneten Profite werden dann zweckgebunden zurückinvestiert, bspw. in Infrastruktur oder Krankheitsbekämpfung. Dies geschieht nicht, wie die Worte Hilfe oder Philanthropie andeuten, aus Liebe zum Menschen, sondern aus reinem Profitinteresse. Einerseits inszeniert sich die Regierung zuhause als demokratisch und die Interessen der arbeitenden Bevölkerung und der des Kapitals gleichermaßen vertretend und sichert so ihre Herrschaft ab. Andererseits baut sie sowohl zuhause als auch in der imperialistischen Peripherie die für die Konzerne notwendige Infrastruktur auf. Beispiele dafür sind der Bau der Energieinfrastuktur in Kronstorf, die Nutzung von USAID als Putschmaschine oder der Bau Chinas Neuer Seidenstraße zum Abtransport von Ressourcen aus der imperialistischen Peripherie nach China.
Die Schließung der USAID, die Kürzungen für das UNHCR sowie der Austritt aus der WHO zeigen also die Neupriorisierung des US-Kapitals und seiner Regierung. Statt Imagepflege durch Entwicklungshilfe ist Wettrüsten bei KI und Militär angesagt. Statt liberalem Gutmenschentum und Philanthropismus wird klar ausgesprochen, dass es um Regimewechsel, Öl und Krieg geht. Statt Hilfe und Solidarität, Flucht, Ausbeutung und Tod.

















































































