Am heutigen 3. August wird Gerhard Oberkofler 85 Jahre alt. Gerhard Oberkofler studierte an der Universität Innsbruck und promovierte dort zum Dr. phil. im Jahr 1964 über die regionale Bildungsgeschichte in Vorarlberg. Nach einem kurzen Zwischenstopp am Wiener Institut für Österreichische Geschichtsforschung von 1965 bis 1966 wechselte er wieder zurück an die Universität Innsbruck. Dort begann er als Assistent von Franz Huter zu arbeiten.
Franz Huter hat es ihm ermöglicht seine ersten wissenschaftlichen Texte zu verfassen und ihn trotz unterschiedlicher politischer Haltungen nie „fallen gelassen hat“. 1968 begann Gerhard Oberkofler als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Innsbrucker Universitätsarchiv zu arbeiten, das Franz Huter bis 1983 ehrenamtlich leitete.
Ab 1974 arbeitete Gerhard Oberkofler im neugegründeten Projektteam „Geschichte der Arbeiterbewegung“, das vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung eingerichtet worden war, mit. Vier Jahre später habilitierte er sich im Fachbereich „Neueste Österreichische Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Wissenschaftsgeschichte“. 1983 wurde er schließlich zum Universitätsprofessor an der Universität Innsbruck ernannt und übernahm die Leitung des Universitätsarchivs von Franz Huter für die folgenden 19 Jahre.
Die Schwerpunkte seiner zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten sind die Wissenschafts- und Universitätsgeschichte, die Geschichte der Arbeiterbewegung und die Befreiungstheologie.
„Die Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche die herrschenden Gedanken, d. h. die Klasse, welche die herrschende materielle Macht der Gesellschaft ist, ist zugleich ihre herrschende geistige Macht“ schreiben Karl Marx und Friedrich Engels in „Die deutsche Ideologie“
Dieses Zitat von Karl Marx und Friedrich Engels, den Begründern des wissenschaftlichen Sozialismus, unterstreicht die Bedeutung von Gerhard Oberkoflers zahlreichen Forschungsarbeiten und Publikationen nicht nur für den akademischen Betrieb. Mit einem klaren Klassenstandpunkt an der Seite der Arbeiterklasse und aller Unterdrückten und Geknechteten stehen Gerhard Oberkoflers Publikationen den herrschenden Gedanken im Kapitalismus entgegen.
Auch nach seinem Austritt aus der Kommunistischen Partei Österreichs im Jahr 2000, bleibt er der kommunistischen und Arbeiterbewegung verbunden. Seine Bedeutung für und seine Verbundenheit mit der kommunistischen Bewegung zeigte sich auch in der Berufung in den wissenschaftlichen Beirat der von Hans Heinz Holz und Domenico Losurdo herausgegeben Zeitschrift „Topos – Internationale Beiträge zur dialektischen Theorie“.
Anders als viele linksliberale Intellektuelle hegte und hegt er keine Illusionen in den Kurs der steirischen KPÖ, die sich lange als oppositionell zum Kurs der Bundes-KPÖ inszenierte, nachdem die marxistisch-leninistischen Kräfte aus der KPÖ ausgeschlossen worden waren oder selbst austraten. Er hat rechtbehalten: Als Bürgermeisterpartei hat sich die steirische KPÖ als sozialdemokratische Kraft, die auch den Großkonzernen angenehme Bedingungen schaffen will, enttarnt.
Immer hatte und hat Gerhard Oberkofler ein Ohr für junge Genossinnen und Genossen, wenn diese seinen Rat und Austausch über die aktuellen politischen Entwicklungen suchen.
Bis heute veröffentlicht er regelmäßig zu verschiedenen Themen in Form von Büchern und Artikeln. 2020 erschien eine Rezension von Gerhard Oberkoflers Biografie des österreichischen Kommunisten Leo Stern „Leo (Jonas Leib) Stern. Ein Leben für Solidarität, Freiheit und Frieden.“ in der Zeitschrift Einheit und Widerspruch, dem Theorieorgan der Partei der Arbeit Österreichs. Er verfasste in den letzten Jahren außerdem Biografien über die österreichische kommunistische Journalistin und Autorin Eva Priester und den österreichischen Kommunisten Arnold Reisberg. Hinzu kommen viele weitere Veröffentlichungen. 2024 erschien auch ein Beitrag von ihm in Einheit und Widerspruch mit dem Titel „Heiligenverehrung in der Welt von Juristinnen und Juristen“.
Als der fleißigste Gastautor der Zeitung der Arbeit veröffentlichte Gerhard Oberkofler bisher insgesamt fast 200 Kommentare, oder ausführliche Beiträge zu verschiedenen Themen in unserem Zentralorgan. Die Redaktion der Zeitung der Arbeit wünscht Gerhard Oberkofler alles Gute zum Geburtstag und noch viele weitere produktive Jahre mit vielen spannenden Texten, die wir sehr gerne veröffentlichen. Wir sagen danke für seinen Beitrag zum Wideraufbau der kommunistischen und Arbeiterbewegung in Österreich.

















































































