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Home Feuilleton Geschichte

Hiroshima und Nagasaki mahnen: Kein Frieden mit dem Imperialismus

6. August 2026
in Geschichte, Partei der Arbeit
Hiroshima und Nagasaki mahnen: Kein Frieden mit dem Imperialismus

Hiroshima/Nagasaki/Wien. Am 6. August 2026 jährt sich der Atombombenabwurf der USA auf Hiroshima zum 81. Mal. Drei Tage später, am 9. August, folgt der Jahrestag des Angriffs auf Nagasaki. Zwei Städte, zwei Massenverbrechen, eine politische Botschaft: Der US-Imperialismus zeigte der Welt, dass er bereit war, eine bis dahin unvorstellbare Vernichtungskraft gegen die Zivilbevölkerung einzusetzen.

Hunderttausende Menschen starben unmittelbar oder in den folgenden Wochen, Monaten und Jahren an Verbrennungen, Verletzungen, Unterernährung und strahlenbedingten Krankheiten. Ganze Familien wurden ausgelöscht, Städte zerstört, Generationen gezeichnet. Hiroshima und Nagasaki stehen bis heute für die mörderische Konsequenz einer Ordnung, in der wissenschaftlicher Fortschritt den Interessen imperialistischer Machtpolitik untergeordnet wird.

Das Gedenken an Hiroshima am 6. August darf daher nicht von Nagasaki getrennt werden. Der zweite Abwurf war keine Wiederholung aus militärischer Notwendigkeit, sondern die Fortsetzung derselben imperialistischen Demonstration. Die USA wollten zeigen, dass sie nicht nur über Atomwaffen verfügten, sondern auch bereit waren, sie einzusetzen.

Die Atombombe war eine Botschaft

Die bürgerliche Geschichtsschreibung stellt Hiroshima und Nagasaki bis heute oft als notwendige Maßnahmen zur Beendigung des Zweiten Weltkriegs dar. Diese Darstellung verschleiert den politischen Charakter der Verbrechen. Die Atombombenabwürfe dienten nicht nur der Kriegsführung gegen Japan. Sie waren eine Drohung an die Sowjetunion, an die sozialistischen Kräfte und an alle Völker, die sich nach 1945 dem Diktat des Imperialismus widersetzen könnten.

Die Bomben auf Hiroshima und Nagasaki markierten damit nicht einfach das Ende des Zweiten Weltkriegs. Sie markierten den Beginn einer neuen Etappe imperialistischer Erpressung. Die USA machten deutlich, dass sie die Nachkriegsordnung diktieren wollten – gestützt auf eine Waffe, die ganze Städte in Sekunden vernichten konnte.

Hiroshima war der erste Schlag. Nagasaki war die Bestätigung: Diese neue Weltordnung sollte auf atomarer Drohung beruhen.

Massenvernichtung als Herrschaftsmittel

Hiroshima und Nagasaki sind keine isolierten Kriegsereignisse, sondern Ausdruck des Imperialismus. Wo Monopolkapital, Staatsmacht und militärische Gewalt zusammenwirken, wird selbst der Tod von Hunderttausenden zur strategischen Rechnung.

Der Imperialismus kennt keine moralische Grenze, wenn es um Macht, Einflusszonen, Rohstoffe, Märkte und geopolitische Vorherrschaft geht. Er spricht von Freiheit, Demokratie und Sicherheit, während er Städte bombardiert, Länder verwüstet, Völker erpresst und Kriege vorbereitet. Hiroshima und Nagasaki zeigen in äußerster Form, was diese Ordnung bedeutet, wenn sie ihre Macht demonstrieren will.

Die Opfer waren keine Generäle, keine Konzernchefs, keine Strategen. Es waren Arbeiterinnen und Arbeiter, Kinder, Alte, Kranke, Familien. Die herrschenden Klassen führen Kriege. Die Völker bezahlen sie.

Vom Atombombenabwurf zum Wettrüsten

Die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki brachten keinen dauerhaften Frieden. Sie eröffneten das atomare Wettrüsten. In den folgenden Jahrzehnten wurden immer stärkere Waffen entwickelt, immer größere Arsenale aufgebaut und immer neue Einsatzszenarien geplant. Die Menschheit lebte unter dem sogenannten „Gleichgewicht des Schreckens“ – einem Zustand, der nicht Frieden bedeutete, sondern die ständige Drohung gegenseitiger Vernichtung.

Auch heute ist diese Gefahr nicht gebannt. Atomwaffen existieren weiter, werden modernisiert und militärisch eingeplant. Neue Technologien – von Raketenabwehr über Weltraummilitarisierung bis zu KI-gestützten Zielsystemen – werden in die Kriegsplanung integriert. Die Rüstungsindustrie zieht immer neue wissenschaftliche, technische und industrielle Bereiche in ihren Bann.

Während weltweit Armut, Hunger, Wohnungsnot, kaputte Gesundheitssysteme, Klimakrise und soziale Unsicherheit zunehmen, fließen Milliarden in Kriegsvorbereitung. Für Panzer, Raketen, Drohnen und Atomwaffen ist Geld da. Für Pflege, Bildung, Wohnen und soziale Sicherheit wird gespart. So sieht die Prioritätensetzung des Kapitalismus aus.

Die Heuchelei der atomaren Ordnung

Besonders offen zeigt sich die Heuchelei der herrschenden Ordnung im Umgang mit Atomwaffen. Die USA, die als einziger Staat Atomwaffen gegen Städte eingesetzt haben, treten bis heute als Hüter einer angeblich regelbasierten Weltordnung auf. Die NATO-Staaten reden von Sicherheit und Abschreckung, während ihre eigene Macht auf militärischer Drohung beruht. Israel besitzt Atomwaffen, ohne dies offiziell zuzugeben, und führt zugleich einen Vernichtungskrieg gegen die Bevölkerung Gazas.

Gleichzeitig wird anderen Staaten mit Sanktionen, Drohungen und militärischer Gewalt begegnet, wenn ihnen auch nur die Möglichkeit atomarer Bewaffnung zugeschrieben wird. Atomwaffen sind in dieser Ordnung offenbar nicht grundsätzlich verwerflich. Verwerflich sind sie nur dann, wenn sie nicht in den Händen der „richtigen“ Mächte liegen.

Hiroshima und Nagasaki mahnen daher gegen jede Doppelmoral. Wer Atomwaffen ernsthaft ablehnt, muss alle Atomwaffen ablehnen. Wer Massenvernichtung ächten will, darf nicht zwischen westlichen und nichtwestlichen Arsenalen unterscheiden. Wer Frieden will, muss den Imperialismus bekämpfen, der Krieg und Aufrüstung immer wieder hervorbringt.

Österreich zwischen Neutralität und Aufrüstung

Auch Österreich steht nicht außerhalb dieser Entwicklung. Die immerwährende Neutralität wird offiziell beschworen, während die tatsächliche Politik immer stärker in Richtung EU-Militarisierung, NATO-Kompatibilität und Aufrüstung geht. Das Bundesheer wird mit Milliarden ausgestattet, neue Waffensysteme werden beschafft, und die sogenannte „Geistige Landesverteidigung“ wird verstärkt in Schulen und Bildungseinrichtungen getragen.

Die Bevölkerung soll an Aufrüstung gewöhnt werden. Jugendliche sollen lernen, dass Kriegsvorbereitung normal sei. Feindbilder werden aufgebaut, Verzicht wird gepredigt, Militärlogik wird gesellschaftsfähig gemacht. Während für Gesundheit, Bildung, Pflege, Wohnen und soziale Sicherheit angeblich das Geld fehlt, stehen für militärische Aufrüstung Milliarden bereit.

Eine Neutralität, die nicht aktiv gegen imperialistische Kriegspolitik gerichtet ist, bleibt eine leere Floskel. Österreich darf nicht Teil der Kriegsvorbereitung der EU und der NATO werden. Neutralität muss antiimperialistisch verstanden werden: als Absage an Militärblöcke, Aufrüstung, Sanktionstreiberei und Beteiligung an den Kriegen der Herrschenden.

Vom 6. August zum Antikriegstag

Gerade deshalb muss das Gedenken an Hiroshima und Nagasaki mit dem Kampf gegen die heutige Kriegspolitik verbunden werden. Der 6. August erinnert an Hiroshima. Der 9. August erinnert an Nagasaki. Der 1. September, der Antikriegstag, erinnert an den Beginn des Zweiten Weltkriegs durch den Überfall des faschistischen Deutschlands auf Polen.

Diese Daten stehen nicht nebeneinander, als wären sie bloße historische Markierungen. Sie gehören politisch zusammen. Sie zeigen, wohin Imperialismus, Faschismus, Militarismus und kapitalistische Konkurrenz führen: zu Krieg, Vernichtung, Vertreibung, Hunger, Elend und Tod.

Die Partei der Arbeit Österreichs verbindet den Antikriegstag 2026 daher mit dem Kampf für Frieden und Neutralität. Ihre Botschaft ist klar: Wir zahlen nicht für ihre Aufrüstung. Keinen Cent und keinen Menschen für ihre Kriege.

Denn die Arbeiterklasse hat in den Kriegen der Herrschenden nichts zu gewinnen. Uns gehören weder die Konzerne noch die Banken, weder Rohstoffquellen noch Handelswege, weder Militärbündnisse noch Einflusssphären. Wir sollen nur die Rechnung bezahlen – mit Teuerung und Sozialabbau, mit längeren Arbeitszeiten und sinkenden Reallöhnen, mit Militarisierung und im Ernstfall mit unserem Leben.

Gedenken heißt kämpfen

Hiroshima und Nagasaki verpflichten nicht zu allgemeiner Betroffenheit, sondern zu politischer Klarheit. Es reicht nicht, Kränze niederzulegen, Schweigeminuten abzuhalten und anschließend die nächste Aufrüstung zu beschließen. Es reicht nicht, von Frieden zu sprechen und gleichzeitig Milliarden in Kriegsvorbereitung zu stecken. Es reicht nicht, Atomwaffen zu bedauern, aber die imperialistische Ordnung unangetastet zu lassen, die sie hervorbringt.

Der Kampf gegen Atomwaffen, gegen Aufrüstung, gegen NATO und EU, gegen Kriegspolitik und gegen die Beteiligung Österreichs daran ist untrennbar mit dem Kampf gegen den Kapitalismus verbunden. Solange Produktion und Politik dem Profit und der Macht des Kapitals dienen, werden die Herrschenden ihre Verteilungs- und Machtfragen immer wieder mit Gewalt lösen.

Frieden braucht daher mehr als Diplomatie. Frieden braucht Abrüstung, Neutralität, internationale Solidarität und den Bruch mit jener Ordnung, die Kriege immer wieder produziert. Wirklicher Frieden braucht Sozialismus.

Am 6. August gedenken wir Hiroshima. Am 9. August gedenken wir Nagasaki. Am 1. September gehen wir gegen Aufrüstung, Militarisierung und imperialistische Kriegspolitik auf die Straße.

Kungebungen von PdA und Jugendfront am 1. Septmber 2026:

Wien: 17.00 Uhr, Kardinal-Nagl-Platz
Linz: 18.00 Uhr, Martin-Luther-Platz
Salzburg: 18.00 Uhr, Ferdinand-Hanusch-Platz
Innsbruck: 18.30 Uhr, Wiltener Platzl 

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Schlagworte: AntikriegstagAtomwaffenAufrüstungFriedenHiroshimaNagasakiNeutralitätPartei der ArbeitSozialismusUS-Imperialismus

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Wien: 90 Jahre Spanischer Krieg – Proletarischer Internationalismus, Volksfront und Revolution

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